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26.04.2013

11:18 Uhr

Nach Verlustmeldung

Loewe-Aktie bricht dramatisch ein

Den bereits leidgeprüften Anlegern des kriselnden TV-Geräteherstellers Loewe fällt es offenbar schwer, eine weitere Schreckensnachricht zu verdauen. Die Unternehmenspapiere verzeichnen einen hohen Wertverlust.

Dem kriselnden TV-Geräte-Hersteller Loewe geht allmählich das Geld aus. dpa

Dem kriselnden TV-Geräte-Hersteller Loewe geht allmählich das Geld aus.

KronachDer Aktienkurs des kriselnden TV-Geräteherstellers Loewe ist nach einer weiteren Verlustmeldung am Freitagvormittag um fast ein Drittel eingebrochen. Am Donnerstagabend hatte der Konzern überraschend schlechte Quartalszahlen vorgelegt, nach deren Veröffentlichung die Loewe-Aktie im Frankfurter Späthandel um gut elf Prozent auf 2,64 Euro war.

Das Problem: Loewe geht allmählich das Geld aus. Deutschlands größter Hersteller von Fernsehgeräten wird Unternehmensangaben zufolge voraussichtlich Ende Mai die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt haben. Die für den 11. Juni geplante Hauptversammlung werde deshalb voraussichtlich auf Ende Juli verschoben, hieß es. Um die leere Kasse wieder zu füllen, prüfe Loewe verschiedene strategische Optionen. Unter anderem werde eine Kapitalerhöhung unter Einbeziehung bestehender Aktionäre und neuer Investoren erwogen.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro. Der operative Verlust (Ebit) verzehnfachte sich auf 9,9 Millionen Euro von 0,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der höhere Verlust sei auf die schlechtere Marktentwicklung, niedrigere Umsatz- und Produktionsvolumen, Investitionen in neue Produkte und Marketing-Maßnahmen zurückzuführen, erklärte Loewe. Allein in Deutschland sei in den ersten drei Monaten des Jahres der Markt für LCD-TVs wertmäßig um 19 Prozent zurückgegangen. Bei den für Loewe wichtigsten Handelspartnern, dem qualifizierten Fachhandel, sei der Rückgang mit 37 Prozent noch deutlich höher ausgefallen. In einzelnen Auslandsmärkten sehe es noch schlechter aus.

Neue Produkte und mehr Werbung sollen den Kronachern aus der Krise helfen. Doch Loewe-Chef Matthias Harsch gestand am Donnerstag ein, dass die Maßnahmen erst im zweiten Halbjahr ihre vollständige Wirkung entfalten werden. Statt eines stabilen Umsatzes erwartet Loewe im laufenden Jahr nun einen Umsatzrückgang. Schwarze Zahlen sind weiterhin nicht in Sicht.

Von

dpa

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