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28.06.2012

13:53 Uhr

Nach Zeitungsbericht

JPMorgan-Aktie sackt über fünf Prozent ab

Ein Zeitungsbericht über gewaltige Verluste aus Kreditderivaten hat JPMorgan im europäischen Handel einen deutlichen Kurseinbruch beschert. Laut „New York Times“ hat die Bank neun Milliarden Dollar verloren.

Der Schriftzug JPMorgan Chase an einem Gebäude in New York. dpa

Der Schriftzug JPMorgan Chase an einem Gebäude in New York.

London/FrankfurtDer Aktienkurs von JPMorgan Chase & Co. ist am Donnerstag im europäischen Handel um mehr als fünf Prozent abgesackt. Die Zeitung „New York Times” hatte berichtet, dass die Verluste der Bank aus Kreditderivaten bis zu 9 Milliarden Dollar erreichen könnten und damit die ursprüngliche Schätzung von JPMorgan übertreffen würden.

Der Aktienkurs fiel an der Börse Frankfurt in der Spitze um 5,6 Prozent auf 34,51 Dollar. Am Mittwoch hatten die Titel in New York bei 36,78 Dollar geschlossen.

Am 10. Mai hatte der Vorstandsvorsitzende von JPMorgan, Jamie Dimon, bekannt gegeben, dass die Bank mehr als 2 Milliarden Dollar mit Wetten an den Kreditmärkten verloren hat, die von ihrem Chief Investment Office (CIO) in London eingegangen worden waren. Diese könnten im Verlauf des Quartals um bis zu eine Milliarde Dollar zunehmen. Dimon erklärte weiter, JPMorgan habe keinerlei Eile, die Transaktionen aufzulösen, selbst wenn ungünstige Marktbewegungen kurzfristig größere Verluste erzeugen würden.

Die Verluste der Bank seien in den vergangenen Wochen gestiegen, nachdem JPMorgan einen Ausstieg aus den Positionen versuchte, berichtete die New York Times am Donnerstag und berief sich dabei auf nicht genannte frühere Händler und Manager der Bank. JPMorgan habe bereits mehr als die Hälfte der Positionen geschlossen, hieß es weiter.

“Wir befinden uns jetzt im Bereich der Spekulationen, was die schiere Größenordnung angeht”, sagte Christopher Wheeler, Analyst bei Mediobanca SpA in London. Er stuft die Aktie mit “neutral” ein. “Der endgültige Verlust wird durch eine Reihe von Faktoren ausgeglichen werden, einschließlich eines Bewertungsgewinns bei den Anleihen und Gewinnen beim Verkauf einiger Treasuries. Je größer die Zahl ist, desto schwieriger wird es jedoch, die Auswirkungen abzufedern.”

Patrick Burton, ein Sprecher von JPMorgan in London, wollte sich zu dem Artikel in der New York Times nicht äußern.

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