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12.01.2005

07:00 Uhr

Nachlassende Währungseffekte und steigender Preisdruck trüben die Aussichten für das Papier

Analysten sehen ein Ende des Höhenflugs der H&M-Aktie

VonCarolyn Braun (Handelsblatt)

Karl Lagerfeld dürfte bei den Aktionären von Hennes & Mauritz (H&M) wahrscheinlich gut gelitten sein. Denn im vergangenen Jahr kletterte die Aktie der schwedischen Modekette von rund 18 auf etwa 26 Euro und tüchtig Rückenwind verlieh dem Papier die Kollektion des exzentrischen Modezaren, die im Herbst vergangenen Jahres in die H&M-Filialen kam.

DÜSSELDORF. Den Ausschlag hätten die Edelklamotten allerdings nicht gegeben, sagt Mark Josefson, Analyst bei Kepler Equities. Der Umsatz, den allein die Volks-Haute-Couture in die Kassen spülte, sei „relativ bescheiden“ gewesen. Allerdings seien wegen der Aktion bedeutend mehr Käufer in die Filialen gekommen, die kräftig zugriffen haben. „Gegenüber dem November des Vorjahres verzeichnete die Modekette im Jahr 2004 ein Plus von 23 Prozent“, sagt Josefson – der höchste Umsatzanstieg seit Oktober 2002. Solche erfolgreichen PR-Aktionen, die nebenbei für kostenlose Publicity sorgen, werde es bei H&M immer wieder geben, prognostiziert er. Trotzdem betrachtet er die Aktie skeptisch. Das Papier sei mittlerweile schlicht zu teuer, er hat es daher mit „reduce“ eingestuft.

Denn in der Vergangenheit habe H&M viel stärker von günstigen Wechselkursrelationen als von Karl Lagerfelds Kreativität profitiert, sagt Josefson. Die Schweden lassen rund 60 Prozent ihrer Ware in Asien produzieren, dafür verkaufen sie fast ausschließlich gegen Euro oder schwedische Kronen – und letztere gewann gegenüber dem Dollar sogar stärker als der Euro. „Die positiven Währungseffekte haben die Wachstumsmargen verbessert“, sagt Josefson. Doch ob sie anhalten werden, hält er für fragwürdig.

Damit allerdings stehen und fallen die Aussichten für das H&M-Papier. Denn neben dem billigen Dollar hätten vor allem die augenblicklich niedrigen Zinsen Schub in das Papier gebracht, sagt Henrik Schultz, Analyst bei Danske Equities. Ein Pluspunkt, der aber auch konkurrierenden Einzelhändlern zugute kam. Umso erstaunlicher sei es, sagt Schultz, dass weder auf H&M noch auf seinen Mitbewerbern in der Vergangenheit starker Preisdruck lastete. Die Preise in Euroland seien relativ stabil geblieben, die Modeketten setzten im vergangenen Jahr deutlich weniger auf Sonderangebote als im Vorjahr.

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