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27.08.2012

07:56 Uhr

Nebenwerte

Diese Aktien lohnen sich

VonChristian Schnell, Anke Rezmer

Aktien kleinerer Unternehmen sind bei vielen Anlegern verschrien: Zu schwankungsanfällig und riskant. Ein Irrglaube. Viele Nebenwerte haben in den vergangenen Jahren die Dax-Konzerne geschlagen - und das deutlich.

Für Anleger gilt: Wichtig ist stets die Auswahl der richtigen Einzeltitel. dpa

Für Anleger gilt: Wichtig ist stets die Auswahl der richtigen Einzeltitel.

FrankfurtLegt man die Dax- und die MDax-Kurve übereinander, zeigt sich über alle Börsenphasen eine deutlich bessere Entwicklung der Nebenwerte. Während der Dax weit von seinem Allzeithoch entfernt ist, fehlen dem MDax nur noch 300 Punkte.

Es ist ein Bild, wie es so oft in den vergangenen Jahren zu sehen war. 19 Prozent hat der Dax mit den 30 größten deutschen Aktien seit Jahresanfang zugelegt. Das ist sehr gut, auch wenn der Optimismus in den vergangenen Wochen stark von der Hoffnung auf weitere Hilfen der Notenbanken geschürt worden ist. Der MDax, in dem die 50 nächstgrößten Titel enthalten sind, hat in dieser Zeit schon ein Plus von 25 Prozent geschafft. Gut 300 Punkte fehlen noch, dann hätte er sogar sein bisheriges Allzeithoch aus dem Sommer 2007 überschritten. Der Dax ist davon noch meilenweit, sprich über 1 000 Punkte, entfernt.

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Auch anderswo gleichen sich die Mechanismen, wenn es um Dax und MDax geht. Da rät die Mehrzahl der Experten in steter Eintracht vor allem zu den Schwergewichten im Dax. Die seien krisenresistenter als die mittleren und kleinen Titel, weil sich Großinvestoren in schweren Zeiten erst zum Schluss von Standardwerten wie Siemens oder BASF trennten, so der Tenor. Außerdem erhalten die Top-30-Aktien durch die Masse an Investorengeld, das seit Jahren in günstige Indexfonds fließt, quasi automatisch einen Schub. Denn die Indexfonds auf den Dax sind besonders populär.

Dabei schlagen sich die mittelgroßen Titel indes seit Jahren besser. "Bei vernünftigen Börsen mit ausreichend Liquidität bieten sich dort häufig bessere Chancen als bei den Schwergewichten", sagt Holger Schmitz, Vermögensverwalter bei Schmitz & Partner in Brione am Lago Maggiore. Der gebürtige Essener lernte sein Handwerk bei Börsenlegende André Kostolany und ist seit dem Jahr 1993 selbstständig.

Die Lieblingsaktien von Max Otte

Platz 10

Delta Lloyd

Otte: sehr günstige holländische Versicherung mit wenig Exposure in Südeuropa.

 

Platz 9

Alcatel-Lucent

Otte: spottbillig; allerdings muss sich das Unternehmen fangen. 100 - 200 Prozent Potential.

Platz 8

Fuchs Petrolub

Otte: Fair bewertet mit Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15; aber sehr gutes Unternehmen. Langfristige Renditeerwartung: + 10%

Platz 7

Salzgitter

Otte: Zykliker und damit sehr anfällig bei Konjunkturschwankungen. Dank der Cash-Reserven aber extrem günstig.

Platz 6

Novartis

Otte: Sichere Aktie, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (11), großzügige Dividendenrendite (4%).

Platz 5

Energias des Portugal

Otte: Kurs bei knapp zwei Euro. Im Bieterverfahren Ende letzten Jahres hat das chinesische Unternehmen Three Gorges 3,45 Euro je Aktie bezahlt. Insgesamt haben die Chinesen sich 21 Prozent der Anteile gesichert.

Platz 4

Berkshire Hathaway

Otte: Dank eines Rückkaufangebots Buffetts lediglich knapp über Buchwertgehandelt. Potential 30 Prozent. Festgeldersatz

Platz 3

Enel

Otte: breit aufgestellter Versorger, spottbillig wie der Italienische Markt.

Platz 2

OMV

Otte: Unter Buchwert gehandelt, KGV bei sechs, Dividendenrendite 4,5 Prozent.

Platz 1

Nestlé

Otte: sicherste Aktie der Welt, derzeit fair bewertet.

Wie viele andere Vermögensverwalter sucht er im schier unendlichen Nebenwertesektor nach den unentdeckten Perlen. "Vielmals finden sich dort Weltmarktführer, die keiner kennt", sagt Schmitz. Vielen Privatanlegern fehlt schließlich häufig auch die Zeit, solche Titel zu finden und zu analysieren. Als klassische Beispiele nennt Schmitz den bayerischen Maschinenbauer für die Getränkeindustrie Krones sowie die Indus Holding mit ihrer Vielzahl am leistungsstarken mittelständischen Unternehmen.

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