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17.07.2015

19:18 Uhr

Neuemission

Börsenpläne von Ceramtec nehmen Gestalt an

Eigentümer Cinven will den Industriekeramik-Hersteller Ceramtec Insidern zufolge an die Börse bringen. Die betreuenden Banken sind schon ausgewählt, die Emission ist für Ende 2015 oder Anfang 2016 erwartet.

Der Industriekeramikhersteller Ceramtec soll an die Börse. dpa - picture alliance

Ceramtec

Der Industriekeramikhersteller Ceramtec soll an die Börse.

FrankfurtNur zwei Jahre nach dem Einstieg will der Finanzinvestor Cinven den schwäbischen Industriekeramik-Hersteller Ceramtec Insidern zufolge an die Börse bringen. Die Banken, die das Unternehmen aus Plochingen bei Stuttgart dabei begleiten sollen, sind bereits mandatiert, wie drei mit den Vorgängen vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Mit der Organisation betraut wurden die Bank of America und Morgan Stanley, in der zweiten Reihe seien die Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS beteiligt. Die ehemalige Hoechst-Tochter wird mit mehr als zwei Milliarden Euro bewertet. Cinven hatte 1,5 Milliarden Euro für CeramTec bezahlt.

Der Börsengang soll den Insidern zufolge Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen. Erwogen werde neben einer Emission an der Frankfurter Börse auch ein Listing in den USA, wo mehrere Konkurrenten von CeramTec sitzen. Normalerweise werden die Banken etwa fünf bis sechs Monate vorher ausgewählt. Cinven und die Investmentbanken wollten sich zum Zeitplan nicht äußern.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Das Unternehmen stellt eine Fülle von Produkten her, die zur technischen Keramik gezählt werden – von Komponenten für künstliche Hüften über Keramik für Leiterplatten bis zu Teilen von Wasserhähnen und Lagern. Das 1903 gegründete Unternehmen war 1985 an Hoechst verkauft worden, wurde 1996 an mg Technologies weitergereicht und landete 2004 beim Rockwood-Konzern, der dem Finanzinvestor KKR gehörte. Im vergangenen Jahr setzte Ceramtec mit 3600 Mitarbeitern 475 Millionen Euro um.

Von

rtr

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