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04.11.2015

14:03 Uhr

Neuemission

Edag setzt Schlusspunkt unter Börsengänge

Der Automobilentwickler Edag will noch in diesem Jahr an die Börse. Die Neuemission dürfte ein Volumen von 250 bis 400 Millionen Euro erreichen. Das Jahr 2015 könnte ein Rekordjahr für Börsengänge werden.

Die hessische Firma entwickelt mit 7.600 Mitarbeitern ganze Fahrzeugmodelle für Auto- und LKW-Hersteller. dpa

Ein Konzeptfahrzeug der Firma Edag

Die hessische Firma entwickelt mit 7.600 Mitarbeitern ganze Fahrzeugmodelle für Auto- und LKW-Hersteller.

FrankfurtDer hessische Automobil-Entwickler Edag reiht sich auf den letzten Drücker unter die Börsenkandidaten für dieses Jahr ein. Die Familienholding des Arztes und Investors Lutz Helmig, Aton, will mit dem Börsengang einen Teil ihres Einsatzes zu Geld machen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Edag brauche zunächst kein frisches Geld. "Das könnte sich für Zukäufe ändern - aktuelle Übernahmekandidaten sehe ich aber nicht", sagte Aton-Geschäftsführer Thomas Eichelmann, der auch den Verwaltungsrat von Edag leitet.

Der Börsengang dürfte Finanzkreisen zufolge ein Volumen von 250 bis 400 Millionen Euro haben. Aton sei bereit, bis zu 50 Prozent an Edag zu verkaufen. "Wir wollen langfristig bei Edag investiert bleiben, können uns aber durchaus vorstellen, die Kapitalmehrheit abzugeben", sagte Eichelmann der Nachrichtenagentur Reuters.

Hapag-Lloyd: Börsengang mit letzter Kraft geschafft

Hapag-Lloyd

Börsengang mit letzter Kraft geschafft

Die Preisspanne hatte Hapag-Lloyd zwar schon deutlich auf 20 bis 22 Euro gesenkt. Trotzdem konnte der Schifffahrtskonzern seine Aktien für gerade einmal 20 Euro pro Stück verkaufen. Den Börsengang schafft er somit knapp.

Der Ingenieurdienstleister entwickelt mit 7.600 Mitarbeitern im Auftrag von Auto- und Lkw-Herstellern sowie Zulieferern ganze Fahrzeugmodelle oder Komponenten und konzipiert darüber hinaus den Produktionsablauf. Edag gehört zu den drei größten deutschen Outsourcing-Dienstleistern für die Autoentwicklung. Der Rivale Bertrandt ist bereits an der Börse gelistet und wird dort mit 1,1 Milliarden Euro bewertet.

Aton hat Edag in eine schweizerische Aktiengesellschaft eingebracht, gesteuert wird das Unternehmen allerdings aus Wiesbaden. Edag setzte im Jahr 2014 635 Millionen Euro um, im ersten Halbjahr 2015 ist der Umsatz um weitere 17 Prozent gewachsen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) schnellte im ersten Halbjahr um mehr als die Hälfte auf 36 Millionen Euro nach oben. Die künftigen Aktionäre lockt Edag mit einer Dividende von 50 Prozent des Nettogewinns.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Der Börsengang dürfte in den nächsten vier Wochen über die Bühne gehen. Spätestens Mitte Dezember schließen die meisten großen Anleger ihre Bücher und sind nicht mehr bereit, frisches Geld zu investieren. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken Morgan Stanley und Deutsche Bank.

Trotz der zeitweise wackligen Kapitalmärkte verspricht 2015 das beste Jahr für Börsengänge in Deutschland seit dem Boom-Jahr 2007 zu werden. Einschließlich der Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd, die nach großen Turbulenzen am Freitag ihr Börsendebüt feiern will, haben 14 Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett geschafft und dabei Aktien für insgesamt 6,9 Milliarden Euro verkauft. Edag und der Lebensmittel-Lieferdienst HelloFresh, der laut Insidern Aktien für 300 bis 500 Millionen Euro losschlagen dürfte, wollen sich noch hinzugesellen. 2007 lag das Emissionsvolumen in Deutschland bei 7,85 Milliarden Euro.

Von

rtr

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