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05.08.2013

14:37 Uhr

Neuemission

Immofinanz will Wohnungstochter Buwog börsenfit machen

Eigentlich wollte Immofinanz ihre Wohnimmobilientochter Buwog schon in diesem Jahr an die Börse bringen – nun wird ist es doch erst 2014 so weit. Die Österreicher wollen den deutschen Immobilienmarkt aufrollen

„Fahren Sie an ihrem Wohnglück nicht vorbei!“, fordert die Immofinanz-Tochter Buwog potenzielle Kunden auf. Nun will der Konzern den Börsengang doch noch wagen. Reuters

„Fahren Sie an ihrem Wohnglück nicht vorbei!“, fordert die Immofinanz-Tochter Buwog potenzielle Kunden auf. Nun will der Konzern den Börsengang doch noch wagen.

WienDie österreichische Immofinanz will ihrer Wohnimmobilientochter Buwog mit weiteren Übernahmen in Deutschland den Weg an die Börse ebnen. Bis Ende Dezember möchte Firmenchef Eduard Zehetner 10.000 bis 15.000 Wohnungen in der Bundesrepublik kaufen, um die Buwog Investoren als deutsch-österreichischen Konzern anpreisen zu können. "Wir sind in einer ganzen Reihe von parallel laufenden Akquisitionsprozessen eingebunden. Es ist einiges am Markt", sagte er am Montag auf einer Pressekonferenz. Bislang hat die Tochter knapp 29.000 Wohnungen in Österreich und nur 4000 in Deutschland - wo die Renditen für den Konzern deutlich höher sind.

Sobald die Buwog ein Portfolio von mehr als 40.000 Wohnungen hat, will Zehetner sie an die Börse bringen - möglichst noch im bis Ende April laufenden Geschäftsjahr 2013/14. "Das wäre das Wunschszenario", sagte er. Der Schritt könne jedoch auch später im Jahr 2014 erfolgen.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Ob Immofinanz die Tochter als klassisches IPO an die Börse bringt oder nach dem Vorbild von Siemens und seiner Leuchtmitteltochter Osram im Zuge einer Abspaltung an die bestehenden Aktionäre verschenkt, könnte sich bis Ende Dezember entscheiden, sagte Zehetner. Dies sei vor allem vom Marktumfeld abhängig. Bei einer Abspaltung würde Immofinanz zunächst die Hälfte der Buwog an die Aktionäre verschenken und einige Jahre später weitere Anteile über die Börse verkaufen.

Plan mit Hindernissen

Eigentlich wollte Zehetner die Buwog bereits im laufenden Jahr auf dem Kurszettel einer deutschen Börse sehen - wegen des volatilen Börsenumfeld hatte der Konzern dieses Ziel aber dann verschoben. Zuvor hatten bereits die deutschen Konkurrentinnen Deutsche Annington und Gagfah Probleme, ihre Aktien bei Investoren zu platzieren.

Die Immofinanz-Aktionäre dürften die Börsenpläne der Wohnungstochter genau verfolgen - schließlich hatte ihnen Zehetner bei einem erfolgreichen IPO eine Sonderdividende in Aussicht gestellt. Bei einer Abspaltung falle diese flach - zumal die Eigentümer mit den geschenkten Buwog-Aktien ohnedies den dreifachen Gegenwert einer Dividende erhalten würden, sagte der Manager

Die Buwog hat ihr Betriebsergebnis (Ebit) im vergangenen Geschäftsjahr dank höherer Einnahmen aus dem Verkauf und der Bewirtschaftung ihrer Immobilien um gut ein Drittel auf 177,2 Millionen Euro gesteigert. Angaben zum Nettogewinn machte das Unternehmen nicht.

Von

rtr

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