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01.10.2012

22:22 Uhr

Neuemission

Talanx legt Aktienpreis fest

Am Dienstag sieht die Frankfurter Börse dem größten Börsengang seit fast eineinhalb Jahren entgegen: Der Versicherungskonzern Talanx legte den Preis seiner Aktien fest. 11,2 Prozent des Unternehmens gehen in Streubesitz.

Der Versicherungskonzern Talanx verwirklicht seine Börsenpläne. dpa

Der Versicherungskonzern Talanx verwirklicht seine Börsenpläne.

FrankfurtDem größten Börsengang in Deutschland seit beinahe eineinhalb Jahren steht nichts mehr im Wege. Der Versicherungskonzern Talanx hat den seit rund 15 Jahren erwogenen Sprung an den Aktienmarkt im zweiten Anlauf doch noch geschafft. Die Aktien wurden am Montagabend zu je 18,30 Euro zugeteilt, wie Talanx mitteilte.

Damit nimmt Talanx fast 520 Millionen Euro ein. Insgesamt wird der drittgrößte deutsche Versicherer damit mit 4,6 Milliarden Euro bewertet. Zunächst sind aber nur 11,2 Prozent der Anteile im Streubesitz, der Versicherungsverein HDI bleibt mit 82 Prozent Mehrheitseigentümer. Am Dienstag feiert die Aktie von Talanx ihr Debüt an der Frankfurter Börse.

"Wir freuen uns über die hohe Nachfrage der Investoren im In- und Ausland nach unseren Aktien", sagte Vorstandschef Herbert Haas. "Die erfolgreiche Platzierung der Aktien zeigt, dass unser Geschäftsmodell und unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vom Kapitalmarkt sehr positiv aufgenommen werden."

Vor drei Wochen noch hatte Haas den Börsengang abgeblasen, weil er von der Resonanz der Investoren und den Versprechen der Banken enttäuscht gewesen war. Doch dann stieg die Hamburger Privatbank Berenberg zum zweiten Konsortialführer neben der Deutschen Bank auf. Sie machte Finanzkreisen zufolge weitreichende Zusagen und versicherte, dass sich die Aktien so teuer verkaufen ließen, dass Talanx mit 4,5 Milliarden Euro bewertet würde.

Allerdings wurde das Volumen um 200 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro verkleinert. Weitere 300 Millionen Euro steuert wie geplant der japanische Lebensversicherer Meiji Yasuda Life bei, mit dem Talanx bei der Expansion in Osteuropa und in Südamerika kooperiert. Er tauscht eine Wandelanleihe in rund sechs Prozent der Talanx-Aktien.

Am Montag, dem letzten Tag der Zeichnungsfrist, hatte sich Investmentbanker zuversichtlich gezeigt, dass die Transaktion gelingen werde: "Die Nachfrage ist gut, es sind einige sehr gute Namen im Buch", sagte ein Banker. Letztlich sei das Angebot mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Talanx mit. Auf den angestrebten Einzug in den Nebenwerteindex MDax muss Talanx wegen des geringen Streubesitzes allerdings noch warten.

Talanx ist der erste große Börsengang in Deutschland seit mehr als einem Jahr. Im Mai 2011 hatte der Wohnimmobilienkonzern GSW knapp eine halbe Milliarde Euro eingesammelt.

Für einen milliardenschweren Börsengang - es wäre der erste in Deutschland seit fast fünf Jahren - soll in dieser Woche der Startschuss fallen: Der spanische Telekom-Riese Telefonica will bis Ende Oktober bis zu 20 Prozent der deutschen Mobilfunk-Tochter O2 an die Frankfurter Börse bringen. Mit den bis zu 1,5 Milliarden Euro, die damit hereinkommen solle, will Telefonica vornehmlich seine Schuldenlast senken.

Ebenfalls im Oktober wird der Börsengang des Straßenleuchten-Herstellers Hess aus Villingen-Schwenningen erwartet. Er dürfte ein zweistelliges Millionenvolumen erreichen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Gerry

02.10.2012, 07:47 Uhr

Ob das neue Geschäftsmodell der Talanx in Zukunft erfolgreich sein wird, bleibt ja erst mal offen.
Dieses wird sich erst noch bewehren müssen.
Davon wird auch die zukünftige Leistungsfähigkeit des Konzerns abhängen.
Zur Zeit ist man dort scheinbar hauptsächlich mit Selbstbeweihräucherung beschäftigt.

Sollte die Umstrukturierung des Konzerns für mich als Kunde Nachteile haben, so werde ich mir einen anderen Versicherer suchen.

Ausserdem, was will der Talanx jetzt mit den eingesammelten Millionen?

Die Allianz hat vor ein paar Tagen hier im HB durchblicken lassen, dass sie einen Anlagenotstand hat, also im Klartext, zur Zeit keine vernünftigen Anlagemöglichkeiten sieht.

Deswegen die Frage: Macht der Börsengang der Talanx in dem Umfeld überhaupt Sinn?

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