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18.05.2012

04:51 Uhr

Neuemission von Facebook

Der seriöse Mr. Zuckerberg hat die Wall Street überzeugt

Mark Zuckerberg ist am Ziel: Die Facebook-Aktie ist einer der größten IPOs aller Zeiten. In der Nacht vor dem Börsengang wurde der Preis für das neue Papier sehr hoch angesetzt. Analysten rechnen mit einem Feuerwerk.

Aktienmarktexperte

„Facebook so schnell wie möglich verkaufen“

Aktienmarktexperte: „Facebook so schnell wie möglich verkaufen“

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New YorkFacebook hat den größten Internet-Börsengang der Geschichte erfolgreich über die Bühne gebracht. Das soziale Netzwerk konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis losschlagen. Facebook und seine Alteigentümer nahmen insgesamt 16 Milliarden Dollar ein (12,3 Mrd Euro).

Pro Stück gingen die Anteilsscheine für 38 Dollar an die Investoren. Das lag am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar. Das teilte Facebook am späten Donnerstag mit.

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Beim „Crowdguessing“ von Handelsblatt Online und zwei Wirtschaftsblogs sollen Twitter- und Facebook-Nutzer den Preis der Facebook-Aktie am Ende des ersten Börsentages schätzen. Die Gewinner werden belohnt.

An diesem Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Börse Nasdaq gehandelt. Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg wird von der Konzernzentrale aus die Eröffnungsglocke zur Handelssitzung läuten.

Experten trauen der Aktie bei ihrem Debüt einen Kurssprung von über 50 Prozent zu. "Ich denke, alles über 50 Prozent wird als erfolgreiche Emission betrachtet - alles unter 50 Prozent als enttäuschend. Viele Privatanleger kümmern sich nicht um die Bewertung", sagte Jim Krampfel, Analyst bei Morningstar.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Die Gesamtbewertung von Facebook liegt bei rund 104 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Google hatte bei seinem Börsengang im Jahr 2004 Aktien für 1,7 Milliarden Dollar verkauft und kam auf eine Gesamtbewertung von 23 Milliarden Dollar. Heute sind es gut 200 Milliarden Dollar.

Zuckerberg selbst hat 30 Millionen seiner eigenen Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Mit dem Geld will er fällige Steuern begleichen. Er besitzt aber noch einen Anteil im Gegenwert von gut 19,1 Milliarden Dollar und kontrolliert 57 Prozent aller Stimmrechte. Damit wird Zuckerberg auch künftig die Geschicke von Facebook bestimmen.

Der Börsengang ist der Höhepunkt einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Mark Zuckerberg hatte Facebook zusammen mit Kommilitonen 2004 als digitales Jahrgangsbuch für Studenten auf die Beine gestellt. Schon im ersten Jahr zog das Netzwerk rund eine Million Nutzer an. Mittlerweile sind es gut 900 Millionen.

Die hohe Nutzerzahl macht Facebook für die Werbeindustrie interessant und erklärt die hohe Nachfrage der Investoren. Facebook ist allerdings eine Wette auf die Zukunft, denn noch sehen die Geschäftszahlen im Vergleich zu anderen Konzernen mau aus: Im vergangenen Jahr lagen der Umsatz bei 3,7 Milliarden Dollar und der Gewinn bei 1 Milliarde Dollar.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

18.05.2012, 06:26 Uhr

Mal sehen, wieviele noch aufspringen heute auf den Hype und sich dann in wenigen wochen selbst wundern, wieviel Geld sie versenkt haben, wenn die Ernüchterung eintritt!
Das ist ein riesengroßer Zock, und wer heute 50% nach der Notierung mitnehmen kann als Gewinn, der sollte rausgehen.

12345

18.05.2012, 07:10 Uhr

Peter Lynch: "If I could avoid a single stock,it would be the hottest stock in the hottest industriy, the one that gets the most favorable publicity, the one that every investor hears about in the car pool or in the commuter train-a succumbing to the social pressure, often buys."

Die Einzigen, die sich die Hände reiben werden, sind Marc, die Konsortial-Banken und Diejenigen, die das Glück haben, ein paar zugeteilt zu bekommen und direkt am ersten Tag wieder verkaufen...

Tomate

18.05.2012, 07:20 Uhr

Es wird kein Zuckerschlecken mit dem Euro/GR Drama genau zu diesem schlechten Zeitpunkt einen IPO durchzuführen.
Tippe auf einen steilen Kursanstieg und im Falle eines GR Euro Austritts mit einem eben so deutlichen Abfall des Kurses.
Das Rückfall Niveau hält wenn wir Glück haben auf dem Niveau von August 2011 als die US kurz vor der Pleite waren. Bei einem € Austritt allerdings geht es nochmal 10-15% tiefer...
Gute Zeiten für Facebook Put Optionsscheine... ;-)

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