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19.02.2015

14:31 Uhr

Neuemissionen

Börsengänge machen Milliardäre

China freute sich im Januar über eine Welle von Neuemissionen an den Börsen. Für die Mehrheitsaktionäre waren diese IPOs sehr lukrativ, sie stiegen in die Liga der Superreichen auf. Erinnerungen an 1990 werden wach.

Der IPO-Boom an den chinesischen Börsen, war vor allem für die die Firmenchefs lukrativ. Der Chef einer Airline-Firma, die im Januar an die Börse ging, konnte ein Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar anhäufen. AFP

Bankenviertel Hong Kong

Der IPO-Boom an den chinesischen Börsen, war vor allem für die die Firmenchefs lukrativ. Der Chef einer Airline-Firma, die im Januar an die Börse ging, konnte ein Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar anhäufen.

Hong KongChinas Aktienmarktrally hat den Januar zum stärksten Monat für Börsengänge seit einem Jahr gemacht. Daraus ist auch eine Reihe neuer superreicher Anleger hervor gegangen. In den ersten sechs Wochen des laufenden Jahres sind in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt etwa zwei Dutzend neue Milliardäre entstanden, viele im Zuge eines Börsendebüts, das an das tägliche Kurslimit stieß. Das weckt Erinnerungen an den IPO- Rausch der späten 1990er Jahre. Unter den aktuellen Senkrechtstartern befinden sich auch eine Fluggesellschaft, ein Videospiele-Entwickler und eine Drogeriemarktkette.

„IPOs sind in China zu einem sehr heißen Investmentprodukt geworden“, sagt Ronald Wan, leitender Chinaexperte beim Beratungsunternehmen Asian Capital in Hongkong. „Somit werden alle Mehrheitsaktionäre im IPO anschließend sehr reich - sie werden zu Milliardären.“

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Nach einer 14 Monate währenden Flaute ab Oktober 2012 haben die IPOs in China im vergangenen Jahr wieder Fahrt aufgenommen. Mehr als 20 neue Aktien starteten im Januar in den Handel, so viele wie seit demselben Monat des Vorjahres nicht mehr. Die Angebotswelle folgte auf einen 49-Prozent-Anstieg des Shanghai Composite Index, was den Index 2014 zum Besten der Welt machte.

In diesem Jahr ist der Shanghai-Index zwar kaum verändert, doch der Shenzhen Composite Index hat in Dollar ausgedrückt 13 Prozent zugelegt. Damit bietet die kleinere der beiden chinesischen Börsen die höchsten Erträge in Asien und bleibt weltweit betrachtet nur hinter Russland und Saudi-Arabien zurück.

Die Shenzhen-Rally hat mindestens drei neue Milliardäre hervorgebracht: Xiao Fen, dessen Elektronikfirma Shenzhen Fenda Technology in einen Hersteller von Google-Glass-ähnlichen Produkten investierte; Ruan Hongxian, Chairman der drittgrößten börsennotierten Drogeriekette Yunnan Hongxiang Yixintang Pharmaceutical, sowie Zhou Wei, Chairman von Shanghai Kingstar Winning Software, Anbieter medizinischer Softwarelösungen.

An der Börse in Shanghai, an der Kursgewinne am ersten Handelstag auf 44 Prozent begrenzt werden und das tägliche Zuwachslimit anschließend bei zehn Prozent liegt, brachte es Wang Zhenghua, der 70-jährige Chairman von Spring Airlines, zu einem Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar - nachdem die Aktie in den neun Tagen nach dem Handelsdebüt an das Tageslimit gestoßen war.

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