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13.02.2013

10:09 Uhr

Neuemissionen

Rally an der Wall Street lockt Börsen-Neulinge

Die Kurse an den US-Börsen steigen. Das lockt neue Unternehmen an die Wall Street. Im ersten Monat platzierten 76 Unternehmen neue Aktien, weitere stehen bereits in den Startlöchern. Daraus lässt sich einiges ablesen.

Jubel an der New York Stock Exchange: Bereits über 70 Firmen haben den Weg an die Wall Street gefunden. dapd

Jubel an der New York Stock Exchange: Bereits über 70 Firmen haben den Weg an die Wall Street gefunden.

New YorkKräftige Kursgewinne und Höchststände an den US-Börsen bringen das Geschäft mit Neuemissionen in Schwung. Die Stimmung an den New Yorker Aktienmärkten verbesserte sich in den letzten Monaten deutlich. Das lockt neue Unternehmen an die Wall Street. Experten gehen davon aus, dass 2013 ein gutes Jahr für Börsengänge werden dürfte. Im Januar verkauften nach Thomson-Reuters-Daten 76 Unternehmen Aktien in den USA im Rahmen von Neuemissionen und Zweitplatzierungen und nahmen damit 18,2 Milliarden Dollar ein.

Das ist der beste Jahresstart seit Januar 2008. Alle außer einer Emission wurden zu Preisen losgeschlagen, mit denen die Händler gerechnet hatten oder gar oberhalb der Erwartungen, wie aus Markdaten der Firma Ipreo hervorgeht. In einigen Fällen überstieg die Nachfrage nach den IPO-Aktien das Angebot bei weitem.

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Weitere Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern. Dazu zählen wohl Firmen, die von Finanzinvestoren an die Börse gebracht werden. Aus Kreisen verlautete, dass Blackrock mit dem Nahrungsmittelhersteller Pinnacle Foods und TPG mit der Baufirma Taylor Morrison Home bereits im nächsten Monat die Gunst der Stunden nutzen wollen. Obwohl das Emissionsvolumen noch nicht feststeht, dürften die beiden Kandidaten auf eine milliardenschwere Bewertung an der Börse kommen.

Pinnacle Foods und Taylor Morrison waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. „Es gibt am Markt einen Vertrauensgrad, den wir seit etlichen Jahren nicht mehr gefühlt haben. Investoren werden Unternehmen unterstützen, die eine fesselnde Geschichte aufweisen können“, sagt Aktienexperte Joe Reece von Credit Suisse.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Die steigende Nachfrage nach IPOs ist der jüngste Hinweis, dass die Finanzmärkte nach den US-Wahlen, der Eurokrise und den Verhandlungen über die Fiskalklippe zur Normalität zurückkehren. Die globale Konjunktur zeigt ebenfalls Anzeichen der Verbesserung. Die Erholung an den Märkten und der Wirtschaft ist ein Segen für die Banken, die unter einem langsamen Wachstum leiden und für Unternehmen, die auf der Suche nach Kapital sind. Die steigende Nachfrage nach Börsengängen ist auch eine große Befreiung für Private-Equity-Gesellschaften, die sich von Dutzenden Firmen trennen wollen nach einem Aufkauf-Boom zur Mitte der vergangenen Dekade.

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