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04.04.2017

11:26 Uhr

Neuer Hype

Der erstaunliche Lauf der Apple-Aktie

VonChristof Kerkmann

Warren Buffett hat mal wieder den richtigen Riecher gehabt: Apple begeistert in diesen Tagen die Wall Street, der Kurs notiert nahe des Allzeithochs. Das hat aber eher mit Gefühlen als mit Fakten zu tun.

Der Aktienkurs von Apple hat in den vergangenen Wochen mehrfach neue Allzeitrekorde aufgestellt. dpa

Apple-Logo

Der Aktienkurs von Apple hat in den vergangenen Wochen mehrfach neue Allzeitrekorde aufgestellt.

DüsseldorfEin kurzer Blick aufs Display und das iPhone ist entsperrt – es ist ein bisschen Magie, die Apple beim neuen Modell bieten wird, wenn die Gerüchte denn stimmen. Es vergeht derzeit kaum Tag ohne solche Spekulationen in den Technikmedien und Blogs. Auch ein Bildschirm mit randlosem Design und gebogenen Kanten, eine kabellose Ladefunktion, ein größerer Akku sind im Gespräch, dazu Zukunftstechnologie wie Augmented Reality.

Dabei dürfte Apple-Chef Tim Cook das iPhone 8 erst im September präsentieren. Oder wie auch immer das Gerät heißen soll.

Die Berichte sind ein deutliches Zeichen: Um Apple entsteht ein neuer Hype. Das lässt sich auch am Aktienkurs ablesen, der in den vergangenen Wochen mehrfach neue Allzeitrekorde aufgestellt hat und derzeit über 143 Dollar liegt. Nach Einschätzung von Analysten hat er sogar Potenzial für einen weiteren Aufschwung. Dabei beträgt das Plus seit dem Jahresanfang knapp 25 Prozent, seit dem Sommer bereits mehr als 50 Prozent.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich das Bild vom Unternehmen und dessen Chef innerhalb weniger Monate komplett gewandelt hat. Noch im vergangenen Jahr, als der Umsatz des Konzerns erstmals seit der Einführung des iPhones schrumpfte, sah mancher Pessimist das Ende der Ära Apple aufziehen und schimpfte Tim Cook einen spröden Nachlassverwalter. Nun soll sie einen neuen Höhepunkt erreichen und der Mann an der Spitze gilt zumindest als umsichtiger Manager.

iPhone und iPad: Apple will neue Grafik-Chips selbst entwickeln

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Apple will neue Grafik-Chips selbst entwickeln

Eine Börsenmitteilung enthüllt zufällig: Apple will die Grafik-Chips für die iPhones und iPads mit einer eigenen Technologie ausstatten. Die Aktie des bisherigen Partners hat das schon deutlich zu spüren bekommen.

Gab es je Zweifel? Sie scheinen derzeit weggewischt. Dabei haben sich die Fundamentaldaten nicht geändert. „Es lässt sich nur schwierig festmachen, warum die Apple-Aktie so gut läuft“, sagt Neil Cybart, der sich als Analyst an der Wall Street auf den iKonzern spezialisiert hat. Der Anstieg beruhe nicht auf verbesserten Prognosen, sondern einer optimistischeren Bewertung.

Der spektakuläre Aufwärtstrend hat mehrere Gründe. Und nicht alle sind rational.

Die Euphorie der Anleger hat zum einen mit der Hardware zu tun. So ist das iPhone 7 beliebter als erwartet. Im Weihnachtsgeschäft 2016 verkaufte der Konzern mehr als 78 Millionen Geräte zu einem durchschnittlichen Preis von fast 700 Dollar. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Und das, obwohl das jüngste Modell nur eine behutsame Weiterentwicklung ist. Die Marke zieht also wie eh und je.

Ob es auch in diesem Jahr solide läuft, werden die Zahlen fürs zweite Geschäftsquartal zeigen, die Apple am 25. April veröffentlichen wird. Der Absatz dürfte in den nächsten Monaten wohl auf dem Vorjahresniveau liegen, weil viele Kunden aufs neue iPhone warten, anstatt sich ein altes Modell zu kaufen. Immerhin.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

Kommentare (1)

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Herr Marc Hofmann

04.04.2017, 08:42 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke,Spiegel,Nampf,Metz,Prinz,Nolte....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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