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12.10.2015

13:29 Uhr

Neustart in Polen

Pfleiderer geht zurück an die Börse

Der Holzverarbeiter Pfleiderer war 2012 in die Pleite gerutscht. Nun will das Unternehmen einen Neustart wagen und geht erneut an die Börse – dieses Mal in Polen. Es wird ein „Börsengang durch die Hintertür”.

Die polnische Tochter Pfleiderer Grajewo gab am Montag den Startschuss für eine rund 900 Millionen Zloty (umgerechnet 210 Millionen Euro) schwere Kapitalerhöhung. Mit dem Erlös will sie die Mutter schlucken. dpa

Neuer Versuch in Polen

Die polnische Tochter Pfleiderer Grajewo gab am Montag den Startschuss für eine rund 900 Millionen Zloty (umgerechnet 210 Millionen Euro) schwere Kapitalerhöhung. Mit dem Erlös will sie die Mutter schlucken.

Frankfurt/WarschauDie Rückkehr des bayerischen Holzverarbeiters Pfleiderer an die Börse nimmt konkrete Formen an. Von Mitte November an wird das 2012 in die Pleite gerutschte Unternehmen in Warschau gelistete sein und nicht wie einst an der deutschen Börse. Die bisherige polnische Tochter Pfleiderer Grajewo gab am Montag den Startschuss für eine rund 900 Millionen Zloty (umgerechnet 210 Millionen Euro) schwere Kapitalerhöhung, mit deren Erlös das börsennotierte Unternehmen seine deutsche Muttergesellschaft schlucken will. Die an Pfleiderer beteiligten Finanzinvestoren nutzen die Gelegenheit, zugleich 6,1 Millionen Grajewo-Aktien auf den Markt zu werfen. Sie wollen damit ihre Beteiligung an dem fusionierten Spanplatten-Hersteller auf weniger als 50 Prozent abschmelzen lassen.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Die beiden Unternehmen waren durch die Pleite der Pfleiderer AG auseinandergerissen worden. Die fusionierte Pfleiderer Grajewo soll mit rund 960 Millionen Euro Umsatz und über 3000 Mitarbeitern wieder zu einem führenden Holz-, Faserplatten- und Laminat-Hersteller werden. Michael Wolff lenkt beide Firmen bereits seit einigen Monaten wieder gemeinsam.

Bisher hält die deutsche Pfleiderer GmbH 65,1 Prozent an der polnischen Tochter. Nach dem „Börsengang durch die Hintertür” soll die Mehrheit an Pfleiderer Grajewo polnischen Investoren wie Investment- und Pensionsfonds gehören. Der Schritt erlaubt den ehemaligen Gläubigern, die das bayerische Unternehmen nach der Insolvenz über ein luxemburgisches Investment-Vehikel aufgefangen hatten, auszusteigen und ihren Einsatz wieder zu Geld zu machen.

Pfleiderer Grajewo bietet die neuen Aktien und die Papiere aus dem Besitz der Ex-Gläubiger in einer Preisspanne von 27 bis 31 Zloty an. Sie können bis zum 22. Oktober gezeichnet werden. Der Preis liegt über dem Kurs der Grajewo-Aktie, die am Montag auf 25,75 Zloty fiel. Um wie geplant 900 Millionen Zloty einzunehmen, muss Grajewo das Kapital um rund zwei Drittel erhöhen. Begleitet wird die Kapitalerhöhung federführend von BNP Paribas und der Deutschen Bank. Grajewo ist an der Börse gut 300 Millionen Euro wert.

Von

rtr

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