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07.08.2015

19:11 Uhr

Neuzugang für Börse Frankfurt

Steinhoff wechselt das Parkett

Der Eigentümer von „Poco“ und „Kika“, der Möbelkonzern Steinhoff, wechselt im Dezember auf das Frankfurter Parkett. Der Konzern ist die Nummer Zwei hinter Ikea. Eine Zweitlistung soll in Johannesburg bestehen bleiben.

Hierzulande ist Steinhoff vor allem für seine „Poco“-Märkte bekannt. PR

Hierzulande ist Steinhoff vor allem für seine „Poco“-Märkte bekannt.

Der Frankfurter Börse winkt noch in diesem Jahr ein neues Schwergewicht: Der südafrikanische Möbelriese Steinhoff wechselt mit Wirkung zum 7. Dezember von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, wie der Eigentümer der Möbelhausketten „Poco“ in Deutschland sowie „Kika“ und „Leiner“ in Österreich am Freitag mitteilte. Steinhoff ist an der Börse umgerechnet 21 Milliarden Euro wert und gilt als zweitgrößter Möbelhändler der Welt nach Ikea. Der Konzern will sich mit dem Wechsel nach Frankfurt neue Investorengruppen erschließen, zumal er den Großteil seines Umsatzes und Gewinns schon jetzt in Europa erwirtschaftet. Der Firmensitz soll in Südafrika bleiben, ein Zweitlistung soll in Johannesburg bestehen bleiben.

Steinhoff hatte den Wechsel nach Frankfurt eigentlich schon im vergangenen Jahr geplant. Doch das Projekt verzögerte sich, auch weil der Konzern in der Zwischenzeit kräftig umstrukturiert wurde. Die Firma war 1964 als Ein-Mann-Betrieb in Westerstede bei Bremen gegründet worden. Firmengründer Bruno Steinhoff hatte damals damit angefangen, Möbel in Osteuropa billig herstellen zu lassen und im Westen zu verkaufen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begann er selbst im Osten zu produzieren.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

1996 legte Steinhoff die Firma mit dem Geschäft des aus der gleichen Region Deutschlands stammenden Textilunternehmers Claas Daun zusammen. 1998 ging die daraus entstandene Steinhoff International an die Börse in Johannesburg, 2011 kaufte sie die französische Möbelkette Conforama, zuletzt auch Kika und Leiner in Österreich. 2014 setzte der Konzern umgerechnet 8,6 Milliarden Euro um, zwei Drittel davon in Europa, und erzielte einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,5 Milliarden Euro.

Eine Kapitalerhöhung dürfte mit dem Börsenplatz-Wechsel nicht verbunden sein, da Steinhoff in den vergangenen zwölf Monaten schon Milliarden an frischem Kapital eingesammelt hat. Technisch werden die Aktien der bisherigen Anteilseigner im Verhältnis 1:1 in Papiere einer in den Niederlanden ansässigen Holding getauscht, die als Steinhoff International Holdings NV in Frankfurt gelistet wird.

Von

rtr

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