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02.04.2014

13:46 Uhr

Nordex-Aktionäre für EEG-Einigung

Ein strammer Wind weht durchs Land

VonRoman Tyborski

Nordex in Feierlaune. Die EEG-Kürzungspläne sind vom Tisch, die Auftragsbücher voll und die Zahlen schwarz. Doch eine Frage bleibt: Wie viel staatliches Geld steckt hinter dem Erfolg und wie viel eigene Anstrengung?

Schöne Aussichten für Windkraftanlagenbauer: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Windkraftzulagen nicht zu drosseln. dpa

Schöne Aussichten für Windkraftanlagenbauer: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Windkraftzulagen nicht zu drosseln.

DüsseldorfOb mit Wind oder ohne – den Windkraftbauern in Deutschland kann das herzlich egal sein. Ihre Windräder brauchen sich nicht zu drehen, gebaut werden sie trotzdem und Geld verdienen werden sie mit ihnen ebenfalls. Für einen stetigen Geldfluss sorgt allerdings keine ausgefeilte Management-Strategie und oder eine hohe Nachfrage. Euros spült unter anderem der Bund in die Kassen von Nordex & Co. Dafür haben die Ministerpräsidenten der Länder gesorgt.

Die konnten sich am Dienstagabend nach vierstündigen Verhandlungen gegen die ursprünglichen Regierungspläne durchsetzen, die vorsahen, dass die EEG-Zulagen gedrosselt werden sollten. „Das ist ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Die Ministerpräsidenten setzten bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt durch, dass sowohl die Ausbauziele für Windkraft höher ausfallen als auch Standorte in Binnenländern stärker gefördert werden als ursprünglich vorgesehen.

Die Freude über die Entschärfung der Kürzungspläne war vor allem an der Börse zu spüren. Die im TecDax notierten Aktien des Windkraftbauers Nordex stiegen am Mittwoch um mehr als sieben Prozent auf 12,90 Euro. Im Technologieindex machte keine andere Aktien annähernd einen solchen Sprung.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

Doch auch wenn heute für Nordex ein Tag zum Feiern ist, bleibt die Frage im Raum, wie substanziell die Kursgewinne sind. Steigt Nordex, weil der Bund die Windkraftbauer weiter mit Subventionen unterfüttert, oder könnte Nordex seine starke Performance auch dann aufrechterhalten, wenn die staatliche Unterstützung ausbleibt? Diese Frage schwebt über Nordex wie das Schwert des Damokles.

Für Nordex sprechen die vollen Auftragsbücher und die starken Zahlen. Zur Vorstellung der Bilanzen im ersten Quartal des laufenden Jahres konnte Nordex erstmals nach zwei Jahren wieder einen Profit präsentieren. Rasant steigende Marktanteile, die starke Nachfrage in Europa und der gleichzeitige Rückzug aus China, sowie eine Verschlankung der Produktpalette hat den Windkraftbauer wieder zurück auf den Wachstumskurs gebracht. Vorstandschef Jürgen Zeschky betonte: „Wir sind wieder unter den Top-Ten weltweit.“ Vor allem die neue Generation von Turbinen für windschwache Regionen sorge für Schub. 2014 soll der Umsatz ein Niveau von 1,5 Milliarden Euro erreichen. Zusammen mit einer Ebit-Marge von 3,5 bis 4,5 Prozent soll am Ende des laufenden Jahres ein Gewinn von 67 Millionen Euro übrig bleiben.

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