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27.01.2015

14:32 Uhr

Novartis, Bayer, Roche

Die Chemie stimmt

Quelle:Börse am Sonntag

Novartis, Roche, Bayer und Fresenius: Bei den Pharmakonzernen laufen die Geschäfte gut. Zwar mussten die Eidgenossen Kursrücksetzer hinnehmen. Doch das lag nicht an ihrer Qualität, sondern an Währungsturbulenzen.

Trotz der Währungsturbulenzen bleiben die Aktien von Schweizer Pharmakonzernen Novartis und Roche weiterhin attraktiv. Auch die deutschen Gesundheitskonzerne erleben gerade ein Hoch. dpa

Trotz der Währungsturbulenzen bleiben die Aktien von Schweizer Pharmakonzernen Novartis und Roche weiterhin attraktiv. Auch die deutschen Gesundheitskonzerne erleben gerade ein Hoch.

Eigentlich gelten Pharma-Aktien als krisenresistent. Denn Krankheiten gibt es ja immer, ob die Wirtschaft brummt oder nicht. Soweit zur Theorie. In der Schweiz ist derzeit alles anders. Bis zum 15. Januar 2015 war die Welt in der Alpenrepublik noch in Ordnung. Als die SNB sich jedoch an dem Tag dazu entschied, den Franken freizugeben, brachen die Märkte zusammen.

Der Franken nahm gegenüber dem Euro massiv an Wert zu. Das trifft viele Schweizer Unternehmen, da sie durch die teurer gewordene Landeswährung schlechtere Exportchancen haben als zuvor. Unmittelbar nach der SNB Bekanntgabe rauschte der Swiss-Market-Index (SMI) vorübergehend um 14,6 Prozent in die Tiefe. Am Ende des Tages stand ein Minus von 8,7 Prozent zu Buche.

Am nächsten Tag ging es wieder um sechs weitere Prozent nach unten. Der Titel des zum Schweizer Leitindex SMI gehörenden Pharmakonzerns Novartis stürzte vom 15. bis 16. Januar von 99,60 auf 85,15 Franken ab – ein Minus von 14,5 Prozent. Danach ging es noch weiter bergab. Eine Woche nach dem Crash notierte das Papier sogar nur noch bei 82,50 Franken.

Der Konzern hat sich sowohl bei der Erforschung, Entwicklung und dem Vertrieb von patentgeschützten Medikamenten als auch bei Generika einen Namen gemacht. Darüber, wie es nun mit dem Titel von Novartis weiter geht, gibt es geteilte Meinungen. So hat die US-Investmentbank Morgan Stanley das Kursziel nach der Wechselkursfreigabe des Franken von 99 auf 85 Franken gesenkt, aber die Einstufung auf „gleich gewichtet“ belassen.

Mit Blick auf die Fundamentaldaten des Schweizer Pharmakonzerns geht Analystin Amy Walker weiterhin davon aus, dass die Ziele erreicht werden. JPMorgan hat die Einstufung für Novartis vor Zahlen für das vierte Quartal auf „Übergewichtet“ mit einem Kursziel von 110 Franken belassen.

Die Resultate dürften das Margenpotenzial des Pharmakonzerns trotz negativer Währungseffekte unterstreichen, meint Analyst Richard Vosser. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel von 105 auf 97 Franken gesenkt, aber die Einstufung auf „Kaufen“ belassen.

Die Märkte hätten die Aktie des Pharmakonzerns ungerechtfertigt stärker abgestraft als die des Konkurrenten Roche, sagt Analyst Fabian Wenner. Dabei sei Novartis hinsichtlich der Geschäftsbeziehungen deutlich weniger vom erstarkten Franken belastet.

Das Novartis-Papier dürfte sich deshalb seiner Ansicht nach in den kommenden Tagen im Verhältnis zu Roche erholen. Abgesehen von den Ereignissen an der Börse gab es für Novartis zuletzt gute Nachrichten: Das Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für ein Medikament zur Bekämpfung der Schuppenflechte erhalten. Zuvor wurde das Medikament in der EU und in Japan registriert. Angesichts der mehr als 120 Millionen geschätzten Erkrankten, könnte dieser Durchbruch die künftigen Umsätze deutlich steigern.

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