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23.11.2015

14:59 Uhr

Ölplattform-Betreiber

Transocean verlässt Schweizer Börse

Seit langem belastet der gesunkene Ölpreis die Transocean-Aktien. Deshalb zieht sich der Ölbohrkonzern seine Titel von der Schweizer Börse zurück. Ganz verabschiedet sich der Konzern aber noch nicht vom Aktienhandel.

Transocean kehrt der Schweizer Börse nach mehr als fünf Jahren den Rücken. Reuters

Bohranlagen für Öl und Gas

Transocean kehrt der Schweizer Börse nach mehr als fünf Jahren den Rücken.

ZürichDer Bohrinsel-Betreiber Transocean kehrt der Schweizer Börse nach nicht ganz sechs Jahren wieder den Rücken. Der Handel mit den Aktien, die kurz nach dem Start im April 2010 bereits in den Standardwerteindex SMI aufgenommen wurden, soll eingestellt werden, teilte die in Zug ansässige Firma am Montag mit. Gehandelt würden die Titel künftig nur noch an der New Yorker Börse. Der Firmensitz bleibe in der Schweiz. Transocean gehe davon aus, dass die Schweizer Börse das entsprechende Gesuch vor Jahresende genehmige und das Delisting im ersten Quartal 2016 vollzogen werde.

Wegen der stark gefallenen Ölpreise stehen die Transocean-Aktien unter Druck. Der Konzern musste nach Milliardenverlusten seine Bilanz sanieren. Teuer kam das Unternehmen bereits die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 zu stehen. Nach einem Brand sank die Plattform „Deepwater Horizon“ und verursachte die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte. Seitdem befinden sich die Titel auf Talfahrt. Aktuell liegt der Kurs bei 13,88 Franken. Kurz nach dem Börsenstart in der Schweiz hatten die Anteile noch mehr als 100 Franken (92 Euro) gekostet.

Transocean vermietet Plattformen zur Förderung auf hoher See an Ölfirmen, die ihre Investitionen wegen des Einbruchs der Ölpreise aber drastisch zusammengestrichen haben. Derzeit kostet die Nordsee-Ölsorte Brent 43 Dollar – im Juni 2014 waren es noch 115 Dollar.

„Bisher haben wir aber noch kein Dekotierungsgesuch erhalten“, sagte Börsen-Sprecher Stephan Meier. Nachdem die Börse entschieden habe, können drei und zwölf Monate vergehen, bis der Handel mit den Aktien tatsächlich endet.

Aussichtsreiche Kandidaten für die Transocean-Nachfolge im SMI sind laut Meier der Lebensversicherer Swiss Life oder der Hörgeräte-Hersteller Sonova. „Gemäß unserer Selektionsliste wäre dies per heutigem Stand Swiss Life“, sagte er. Entscheidend für die Aufnahme in den Bluechip-Index sind die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Titel und der tägliche Handelsumsatz. Im SMI sind die 20 liquidesten und größten Titel mit einem Börsenwert von insgesamt rund 1,1 Billionen Franken enthalten. Letztmals geändert hat sich die Zusammensetzung 2012: Damals ersetzten die Sanitärtechnikfirma Geberit das an den US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson verkaufte Medizintechnik-Unternehmen Synthes.

Von

rtr

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