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20.07.2015

18:29 Uhr

Online-Bezahldienst

Paypal glänzt bei Börsencomeback

„Gorilla unter den Bezahldiensten“: Die Aktie von Paypal schießt elf Prozentpunkte in die Höhe. Indes sackt der Kurs der ehemaligen Mutter Ebay ab – und das bereits am ersten Handelstag nach der Abspaltung.

Wieder single

3, 2, 1 und weg damit: Ebay trennt sich von Paypal

Wieder single: 3, 2, 1 und weg damit: Ebay trennt sich von Paypal

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BangaloreDer Online-Bezahldienst Paypal hat am Montag beim Börsencomeback die frühere Mutter Ebay klar in den Schatten gestellt. Am ersten Handelstag nach der Abspaltung schossen Paypal-Aktien um bis zu elf Prozent in die Höhe. Damit brachte der US-Konzern insgesamt etwa 52 Milliarden Dollar auf die Waage, während die Marktkapitalisierung von Ebay zeitweise um 4,7 Prozent schrumpfte auf lediglich noch rund 32 Milliarden Dollar.

Ebay hatte Paypal 2002 für 1,5 Milliarden Dollar gekauft. Der Dienst war 1998 von mehreren Investoren gegründet worden, darunter dem deutschstämmigen Milliardär Peter Thiel und Tesla -Chef Elon Musk. Über Pay Pal können Kunden ihre Online-Einkäufe auf verschiedenen Internetseiten abwickeln.

Vor allem Ebay-Großaktionär Carl Icahn hatte auf eine Abspaltung des rasant wachsenden Bezahldienstes gedrungen, damit beide Unternehmen in ihren Geschäften eine höhere Flexibilität und unter Anlegern mehr Aufmerksamkeit erhalten. Paypal soll nach dem Willen von Konzernchef Dan Schulman zu einem umfassenden Finanzdienstleister ausgebaut werden.

Bezahlen mit dem Smartphone

In der Warteschleife

Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone gilt als der nächste große Trend. Doch noch immer steckt das Verfahren zumindest in Europa weitgehend in der Warteschleife fest. Vielen Verbrauchern sind die Möglichkeiten noch gar nicht bekannt. Um das zu ändern, seien die Anbieter gefragt, meint der IT-Verband Bitkom. Und es müsse das Vertrauen in die Technologie gefördert werden.

Quelle: dpa

Wo kann ich mobil mit dem Smartphone bezahlen?

Dem Branchenverband Bitkom zufolge gibt es deutschlandweit 60.000 Akzeptanzstellen für das mobile Bezahlen mit dem Smartphone. Unter anderem Tankstellen setzen darauf, aber auch große Ladenketten rüsteten zuletzt deutlich auf. Auch Aldi Nord bietet nun in allen seinen 2400 Filialen bundesweit das mobile Bezahlen mit dem Handy an. Beim Discounter Netto können Kunden sogar über die Apple Watch bezahlen.

Welche Hürden gibt es noch?

Als einer der Flaschenhälse galt bislang, dass der Handel nur spärlich mit entsprechenden Terminals ausgerüstet war. Das soll sich jedoch bald ändern, da die Lesegeräte in großem Stil auswechselt werden. Laut Branchenverband Bitkom liegt auch eine Hürde darin, dass die Nutzer über die Möglichkeiten gar nicht ausreichend informiert seien.

Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

Das Geld fließt vom Kunden-Smartphone bis zum Händler über viele verschiedene Wege. Anbieter der Transaktion sind Handelsketten, Telekom- und Internet-Unternehmen oder Hardwarehersteller wie Apple. In der Regel muss sich der Nutzer eine entsprechende App herunterladen. Manche Anbieter setzen auf den QR-Code, ein grafisches Quadrat, das ähnlich wie der Barcode funktioniert. Wer etwa an der Kinokasse mit Yapital bezahlen will, scannt mit dem Smartphone den QR-Code. Das Geld wird von einem vorher hinterlegten Guthaben abgebucht. Die meisten Angebote nutzen aber inzwischen den Nahfeldfunk NFC (Near Field Communication).

Wie läuft es mit NFC?

Dabei wird das Smartphone dicht an das Terminal gehalten. Die Transaktion kann auch über die Eingabe einer PIN-Nummer abgesichert werden. Unter anderem der Kreditkartenanbieter Mastercard etwa setzt auf NFC. Die Technologie wird von den meisten aktuellen Smartphones unterstützt, inzwischen auch von den iPhones von Apple. Deren Bezahlfunktion Apple Pay gibt es zwar vorerst nur in den USA, doch Branchenexperten erwarten, dass der Dienst auch in Europa das mobile Bezahlen deutlich in Schwung bringen wird.

Welche Risiken gibt es?

Werden Zahlungen mit persönlichen Daten mobil verschickt, könnten Kriminelle theoretisch an mehreren Stellen den Datenstrom abgreifen. Der Standard NFC gilt aber als besonders sicher, da er zum Beispiel nur über eine sehr geringe Entfernung vom Smartphone zum Terminal funkt. Dabei werden die Daten verschlüsselt. Bei Apple Pay etwa wird zudem der Fingerabdruck des iPhone-Nutzers für die Absicherung genutzt. Sollte das Smartphone geklaut werden, kann auch der Dieb nicht auf das Konto zugreifen. Kreditkartenanbieter sichern die Transaktionen zusätzlich mit einem Verfahren namens Tokenisierung. Die Daten werden damit so verschlüsselt, dass nur die Bank ihren Kunden identifizieren kann.

„Die große Mehrheit der weltweit sieben Milliarden Menschen hat keinen Zugang zu einfachen Finanzdienstleistungen“, sagte er jüngst im Reuters-Gespräch.Analysten sehen das Unternehmen in einer starken Position. „Paypal ist der Gorilla unter den Bezahldiensten“, stellten die Experten von JPMorgan fest.

Ihrer Einschätzung nach wird der Konzern aber trotzdem hart zu kämpfen haben. Denn der Markt mobiler Bezahldienste, auf dem sich neben Jungfirmen wie Stripe und Square auch der Technologiegigant Apple tummelt, entwickle sich sehr schnell weiter.

Manche Fachleute halten es für möglich, dass Paypal von einem anderen Branchenriesen geschluckt wird. Etwa für Google könnte Paypal eine interessante Wahl sein, sagte Oliver Hommel, Zahlungsverkehrsexperte der Beratungsfirma Accenture Strategy.

Ebay spaltet Paypal ab: 3,2,1 – vorbei?

Ebay spaltet Paypal ab

3,2,1 – vorbei?

Ebay und Paypal gehen getrennte Wege: Ab heute werden die Unternehmen separat an der Börse gehandelt. Während Paypal bestens dasteht, kämpft Ebay mit Wachstumsproblemen und hat Mühe, mit der Konkurrenz Schritt zu halten.

„Oder auch für aufstrebende E-Commerce-Plattformen aus dem asiatischen Raum wie Alibaba, die mit einem Schlag eine große Marktdurchdringung im Westen erzielen könnten.“

Die Nachfrage nach Paypal beim Börsencomeback war immens: Allein in den ersten 20 Handelsminuten an der US-Technologiebörse Nasdaq wurden mehr Papiere des Online-Bezahldienstes ge- und verkauft als Aktien der Dax -Umsatzspitzenreiter Deutsche Telekom, Commerzbank, Deutsche Bank und Infineon zusammengerechnet.

Von

rtr

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