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05.06.2012

13:56 Uhr

Orakel aus Omaha

Buffett kauft im großen Stil Bankaktien

Starinvestor Warren Buffett hat kürzlich 20 Milliarden Dollar in die Aktien von US-Banken gesteckt - nun tun es ihm viele Anleger nach. Sie hoffen, dass sich die Institute von der Talfahrt erholen werden.

Warren Buffett hatte seinen Aktionären im Mai erklärt, dass den amerikanischen Banken die „Liquidität zu den Ohren herauskomme”. Reuters

Warren Buffett hatte seinen Aktionären im Mai erklärt, dass den amerikanischen Banken die „Liquidität zu den Ohren herauskomme”.

Optionshändler haben ihre Wetten auf steigende Kurse von US-Banken so stark ausgeweitet wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie spekulieren darauf, dass sich die Titel von der Talfahrt wieder erholen werden, die durch die Staatsschuldenkrise in der Eurozone und den überraschenden Handelsverlust von JP Morgan Chase ausgelöst worden war.

Der wachsende Optimismus deutet darauf hin, dass die Investoren mit Warren Buffett übereinstimmen, dessen Investmentholding Berkshire Hathaway etwa 20 Mrd. Dollar in die Aktien von US-Banken gesteckt hat. Im vergangenen Monat hatte der Milliardär seinen Aktionären gegenüber erklärt, dass die Kreditinstitute des Landes „in guter Verfassung“ seien.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Die Zahl der ausstehenden Kaufaufträge für Aktien der sechs größten US-Banken schnellte in den vergangenen drei Wochen gegenüber den Verkaufsaufträgen um elf Prozent hoch. Dieser Zuwachs war der stärkste seit Januar 2010, wie aus Bloomberg- Daten hervorgeht.

„Der Markt wird von zahlreichen Befürchtungen beherrscht”, sagt Tom Wirth, Vermögensverwalter bei Chemung Canal Trust. „Bei Optionen hängt alles vom richtigen Zeitpunkt ab.” Die Investoren würden versuchen, mittels der Finanzinstrumente aus jeder wie auch immer gearteten Erholung Profit zu schlagen, fügte er hinzu.

Die Finanzwerte im S&P 500 haben seit Anfang April um 16 Prozent nachgegeben, nachdem sie im ersten Quartal noch 21 Prozent gewonnen hatten. Die Branche kommt derzeit auf ein mittleres Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,9. Gegenüber dem Durchschnitt des breiten Index entspricht das einem Abschlag von 16 Prozent. Dieser Abschlag ist der höchste seit Dezember 2007.

Die Investoren mit den Kaufoptionen für Bankaktien „suchen nach Möglichkeiten, um bei einem Aufwärtshüpfer dabei zu sein”, sagt Steven Williams, Stratege bei Rosenblatt Securities. „Sie bevorzugen bei ihren Wetten die Finanzaktien vor jedem anderen Sektor.”

Kommentare (5)

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VIP

06.06.2012, 01:14 Uhr

Die besten Banken zu dieser Zeit sind in Australien und Kanada.

Boyd

06.06.2012, 08:52 Uhr

Lieber Herr Stock,

ich frage mich ernsthaft, inwiefern dieser Artikel Resultat einer genauen Recherche ist. "Warren Buffett kauft für 20 Mrd. $ Bankaktion." Nur auf keiner amerikanischen Wirtschaftsseite kann ich diese Information finden. Glauben Sie nicht auch, dass eine solche Nachricht massive Kursbewegungen Richtung Norden ausgelöst hätte?

Belehren Sie doch bitte einen Ihren Leser eines besseren und verweisen Sie doch bitte auf Ihre Hintergrundinformation.

Recht herzlichen Dank!

pikokelvin

06.06.2012, 15:17 Uhr

der ganze artikel ist aus dem märchenbuch der verschleierung.hat nicht auch im HB gestanden, dass sich zentralbanken vom €uro stark trennen, und deshalb der €uro kurs so stark gefallen ist? auch so eine finte, wie sich herausgestellt hat.
das WB bankaktien hält ist eine "weisheit" von vor 2 1/2 jahren. er hat aktien schon seit langer, langer zeit von AMEXCO und BoA. amexco einstieg 1968 ! dauerhaltepos. / BoA einstieg 2010 bei 4.23 $. von anderen banken hat er wohl einige handelspositionen. das alles zusammen sind dann die 20 milliarden.
verehrter herr stock,was macht ihr bloss mit dem HB, wenn ihr die müllmeldungen weglassen würdet, wäre es angenehmer, eure zeitung zu lesen. so bleibt nur das überfliegen -für schnelleser- wie es eure konkurrenz, die FTD schon hat.
DANN WÜRDEN EURE AUFLAGEN (PRINT) UND WENIGER KLICKS HIER, mit an sicherheit grenzender warscheinlichkeit wieder STEIGEN.
Sie sollten mehr ihren lesern VERTRAUEN.
VERTRAUEN IST DER ANFANG VON ALLEM (sie kennen den spruch!)

wenn jetzt wieder das märchenbuch hervorgekramt wird, soll nur ein pushen erreicht werden.

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