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10.11.2014

11:40 Uhr

Outsourcing-Spezialist

Serco muss Rekord-Kurssturz hinnehmen

Um bis zu 35 Prozent brachen die Aktien von Serco am Montag ein, der heftigste Kurssturz in der Unternehmensgeschichte des britischen Outsourcing-Spezialisten. Das Unternehmen musste zuletzt 1,5 Milliarden abschreiben.

Serco und der Konkurrent G4S hatten in Großbritannien Rechnungen für die Überwachung von Verurteilten fingiert. dpa

Serco und der Konkurrent G4S hatten in Großbritannien Rechnungen für die Überwachung von Verurteilten fingiert.

FrankfurtMilliardenschwere Abschreibungen und eine Kapitalerhöhung haben bei Serco den größten Kurssturz der Unternehmensgeschichte ausgelöst. Die Aktien der britischen Outsourcing-Spezialisten brachen am Montag um bis zu 35 Prozent ein und waren mit 207 Pence so billig wie zuletzt im September 2004.

Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereits fast doppelt so viele Serco-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Nach einer Serie geplatzter Kontrakte hatte der Anbieter von Sicherheitsdiensten und Betreiber von Call-Centern 1,5 Milliarden abgeschrieben. Gleichzeitig kündigte Serco an, neue Aktien im Volumen von 550 Millionen Pfund ausgeben zu wollen.

Das Gewinnziel für 2014 liege nun bei 20 (bisher: 130 bis 140) Millionen Pfund, teilte Serco weiter mit. Die Dividende werde gestrichen. Die Prognosesenkung sei keine Überraschung, ihr Umfang dagegen schon, sagte Analyst Stephen Rawlinson vom Brokerhaus Whitman Howard.

Serco ist in 30 Ländern aktiv, erwirtschaftet seinen Hauptumsatz aber in Großbritannien. Im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass die Firma und ihr Rivale G4S in Großbritannien Rechnungen für die Überwachung von Verurteilten fingiert hatten. Wegen dieses Skandals musste der damalige Serco-Chef seinen Hut nehmen. Das Unternehmen zahlte eine Strafe und wurde vorübergehend von der Vergabe neuer Aufträge ausgeschlossen.

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rtr

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