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12.05.2015

21:02 Uhr

Papieraktie Fortress spielt verrückt

Wetten auf die Nebendrachme

VonAxel Postinett

An der kanadischen Börse explodiert seit einer Woche der Kurs eines Herstellers von Banknotenpapier. Ein Hinweis auf einen kommenden Grexit oder eine Nebendrachme? Im Moment jedenfalls das richtige Papier für Zocker.

Die Investmentseite Zerohedge berichtet von einem neuen Auftrag für Banknoten, von dem Fortress Paper und seine Schweizer Tochter Landquart AG angeblich profitieren sollen. Reuters

Kanadische Börse

Die Investmentseite Zerohedge berichtet von einem neuen Auftrag für Banknoten, von dem Fortress Paper und seine Schweizer Tochter Landquart AG angeblich profitieren sollen.

San FranciscoIst das jetzt der Hinweis auf einen kommenden Grexit oder eine Nebendrachme? Der Kurs eines weitgehend unbekannten Herstellers von Banknotenpapier explodiert seit einer Woche an der kanadischen Börse regelrecht und legte am Montag weiter um bis zu 29 Prozent auf über vier kanadische Dollar zu.

Die Investmentseite Zerohedge berichtet von einem neuen Auftrag für Banknoten, von dem Fortress Paper und seine Schweizer Tochter Landquart AG angeblich profitieren sollen. Das Unternehmen selbst hatte anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen am 7. Mai nur generell von „verschiedenen neuen und wiederholten“ Aufträgen für Banknoten berichtet und einen Rückgang der Barmittel um zwölf Millionen Dollar unter anderem auf eine Sicherheitsleistung von 6,4 Millionen Dollar zurückgeführt. Außerdem schreibt der Hersteller von Banknotenpapier und Zellstoff tiefrote Zahlen.

Laut Bloomberg war der Kurssprung der stärkste Anstieg der Aktie seit 2009. Angesichts der irrationalen Sprünge sah sich Fortress-Vorstandschef Chadwick Wasilenkoff noch am Montag genötigt, eine Klarstellung zu veröffentlichen: Das Unternehmen, teilte er auf der Investor Relations-Seite auf Aufforderung der Börse Toronto mit, sehe „keinerlei Gründe für den Anstieg der Marktaktivitäten“ in dem Papier.

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Risikofreudige Investoren sollten sich auch darüber im Klaren sein, dass die Aktie 2011 noch bei über 60 kanadischen Dollar notiert hat. Und bereits 2012 hatte Zerohedge das Papier bei weit höheren Kursen als „Absicherung“ gegen einen Zerfall der Euro-Zone empfohlen.  Das Sicherheits-Geschäft, dass von der Schweiz aus betrieben wird, umfasst Banknotenpapier, Visa, Reisepässe und andere Sicherheitspapiere. Laut Unternehmen hat sich zuletzt die Freigabe des Schweizer Franken negativ auf das Geschäft ausgewirkt und die Produktion verteuert.

Hintergrund der wiederaufgeflammten Spekulationen sind Gespräche, die Thomas Mayer, früherer Chefökonom der Deutschen Bank, im April mit Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis in Athen geführt hat. Schon 2012 hatte er vorgeschlagen, Athen solle eine Parallelwährung, den „Geuro“, einführen. „Bei unserem Gespräch ging es um die aktuelle Situation in der Euro-Zone und dabei auch um meinen früheren Vorschlag einer Parallelwährung“, erklärte Mayer gegenüber dem Handelsblatt. Sogar Premier Alexis Tsipras sei dabei gewesen. Beide hätten sich „den Vorschlag angehört“, sagt Mayer.

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