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14.10.2013

11:27 Uhr

Peugeot-Aktie bricht ein

Staat steigt ein, Anleger nehmen Reißaus

An der Börse kursieren Gerüchte, dass der französische Staat und ein chinesischer Staatskonzern bei Peugeot einsteigen wollen. Die Aktie des Autobauers brach daraufhin um mehr als zehn Prozent ein.

Peugeot RCZ auf der Autoshow in Moskau: „Dies könnte das Unternehmen unregierbar machen.“ ap

Peugeot RCZ auf der Autoshow in Moskau: „Dies könnte das Unternehmen unregierbar machen.“

Paris/FrankfurtSpekulationen um eine Teilverstaatlichung haben Peugeot am Montag auf Talfahrt geschickt. Insidern zufolge wollen Frankreich und der chinesische Staatskonzern Dongfeng im Rahmen einer 1,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung beim angeschlagenen Autobauer einsteigen. Peugeot-Aktien brachen daraufhin an der Pariser Börse um bis zu 11,5 Prozent ein und waren mit einem Tagestief von 10,94 Euro so billig wie zuletzt Anfang September. Das ist der größte Tagesverlust seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Am frühen Mittag ist die Aktie wieder leicht auf über 11 Euro gestiegen.

Zuvor hatte PSA in einer kurzen Mitteilung Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung dementiert. Es gebe zwar Verhandlungen mit „verschiedenen Partnern“, keines dieser Projekte befinde sich aber derzeit in einem „Stadium der Reife“.

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Ein starker und teurer Spaß

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Eine solche Kapitalerhöhung würde den Einfluss der bisherigen Aktionäre schmälern, weswegen ein Kursverlust der Peugeot-Aktien an der Pariser Börse erwartbar war. In der Vergangenheit war immer wieder über einen Einstieg von Dongfeng bei Peugeot spekuliert worden. „Die - aus unserer Sicht negative - Neuigkeit ist die potenzielle massive Beteiligung des französischen Staates“, sagte ein Börsianer. „Dies könnte das Unternehmen unregierbar machen.“

Peugeot leidet besonders unter der Krise auf dem europäischen Automarkt, wo es nach wie vor den Großteil seiner Fahrzeuge verkauft. 2012 brach der Absatz von Fahrzeugen des Konzerns weltweit um 16,5 Prozent ein, der der Autobauer musste den höchsten Nettoverlust seiner Geschichte verkraften. Der Konzern hat bereits einen drastischen Sparplan beschlossen, der die Streichung von 11.200 Stellen bis Mai 2014 vorsieht.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Kommentare (5)

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Pikenier

14.10.2013, 12:03 Uhr

Damit wäre Totengräber, Billigstwarenproduzent, Stake- und Shareholderplünderer GM ein weiteres Stück vom europäischen Kontinent zurückgedrängt.
Jetzt darf einfach Hollande seine linken Finger nicht auch noch reinhalten.

EUStaatswirtschaft

14.10.2013, 13:19 Uhr

Das hört sich aber sehr stark nach (unerlaubter) Wettbewerbsverzerrung an. Was mal wieder den Verdacht erhärtet, dass Europa, zumindest die EU sich immer mehr zu einer EUdSSR entwickelt. Ja, gilt den Ordnungspolitik überhaupt nichts mehr? Darf in EU-Land jeder tun, was er will, oder gibt´s irgendwo noch Regeln? Das ist nicht das Europa, was uns mal versprochen wurde. Am Ende zahlt´s womöglich wieder der deutsche Steuerzahler durch Transferzahlungen. Irgendeinen neuen Fonds wird die kreative EU-Bürokratenclique dafür schon wieder kreieren ....

sowat

14.10.2013, 14:08 Uhr

@EUStaatswirtschaft

lässt sich da überhaupt noch etwas verzerren? Gibt es da eine Steigerung? : verzerrt, verzerrter, am verzerrtesten?

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