Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2015

16:28 Uhr

Pfälzischer Felgenbauer

Uniwheels strebt an Warschauer Börse

Börsengang auf Polnisch: Der pfälzische Alufelgen-Hersteller Uniwheels will in Warschau an die Börse gehen. Das neue Kapital soll in ein neues Werk fließen. Dann selbstverständlich in Polen, kündigt Firmenchef Schmid an.

Der Maschinenbauer Uniwheels will sein Geschäft in Polen ausbauen. Screenshot

Im Werk von Uniwheels

Der Maschinenbauer Uniwheels will sein Geschäft in Polen ausbauen.

FrankfurtDer pfälzische Alufelgen-Hersteller Uniwheels will mit einem Börsengang in Warschau Geld für ein neues Werk in Polen einsammeln. Bis zu 66,8 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung erhofft sich das Unternehmen aus Bad Dürkheim, wie Uniwheels am Montag mitteilte.

Die bisherigen Alleineigentümer Ralf und Michael Schmid, die ihre über eine Holding auf Malta gehaltene Beteiligung mit dem Börsengang auf 61 Prozent verwässern wollen, kassieren für Aktien aus ihrem Besitz rund 70 Millionen Euro.

Das Unternehmen sieht sich unter den Erstausrüstern der Autohersteller als Nummer vier in Europa mit einem Marktanteil von elf Prozent. Im Ersatzteilgeschäft, das rund 20 Prozent des Umsatzes ausmacht, ist Uniwheels nach eigenen Angaben mit 13 Prozent die Nummer eins vor der österreichischen Alcar.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

„Uniwheels hat einen starken Bezug nach Polen“, begründete Vorstandschef Ralf Schmid die Wahl von Warschau als Börsenplatz. Die meisten Investmentbanker empfehlen Unternehmen, im Land ihres Firmensitzes an die Börse zu gehen.

Schmid hatte Uniwheels seit 1996 aus den Leichtmetallräder-Marken Alutec, Rial, ATS und Anzio aufgebaut. Mit dem Erlös aus dem Börsengang soll ein drittes Werk im polnischen Stalowa Wola mit einer Kapazität von 1,9 Millionen Rädern pro Jahr gebaut werden.

Aus der polnischen Stadt kommen schon jetzt mehr als 80 Prozent der rund 7,2 Millionen Räder, die Uniwheels im Jahr ausliefert. Kapitalmarkt-Erfahrung hat das Unternehmen bereits mit einer Mittelstandsanleihe gesammelt, die 2011 begeben und im vergangenen November zurückgezahlt wurde.

Die 4,8 Millionen Aktien sollen maximal 119 polnische Zloty (29,60 Euro) pro Stück kosten. Profi-Investoren können die Papiere seit Montag zeichnen, Privatanleger vom 17. bis 22. April. Am 23. April wird der Ausgabepreis festgelegt. Die Erstnotiz ist für den 8. Mai geplant. Begleitet wird der Börsengang von der polnischen Commerzbank-Tochter mBank und der Bank Zachodni WBK.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×