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14.07.2015

14:54 Uhr

Pfandbriefbank-Börsengang

Bund winken maximal 1,21 Milliarden Euro

Rund 1,2 Milliarden Euro wird der Börsengang der Deutschen Pfandbriefbank dem Bund einbringen, schätzen Insider. Damit liegt der Erlös eher im unteren Bereich dessen, was ursprünglich einmal erhofft wurde.

Die Deutsche Pfandbriefbank schafft den Sprung an die Börse. dpa

Börsengang

Die Deutsche Pfandbriefbank schafft den Sprung an die Börse.

FrankfurtDie Anleger wollen die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) offenbar nur zum Schnäppchenpreis kaufen. Die Deutsche Bank und Citi, die den HRE-Nachfolger an die Börse begleiten, teilten den Investoren am Dienstag mit, die Papiere würden aller Voraussicht nach zu einem Preis zwischen 10,75 und 11,25 Euro zugeteilt, wie zwei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin, der die Hypo Real Estate (HRE) 2008 mit Milliarden vor der Pleite gerettet hatten, muss sich damit zunächst mit einem Erlös von maximal 1,21 Milliarden Euro begnügen.

Der voraussichtliche Ausgabepreis liegt am unteren Ende der Spanne, die bis zu 12,75 Euro reichte. Im besten Fall hätte der Staat damit 1,37 Milliarden Euro kassiert. Die Nachfrage sei aber in jedem Fall ausreichend, dass der Börsengang wie geplant über die Bühne gehen kann. Bis zu 107,6 Millionen Aktien der PBB können noch bis zum Mittwoch gezeichnet werden, am Donnerstag soll der Münchener Immobilienfinanzierer sein Comeback an der Frankfurter Börse feiern. Dann hätte der Bund sein Etappenziel geschafft, die PBB noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen. Viele Börsianer hatten daran gezweifelt, weil der Börsengang von den Turbulenzen um Griechenland überschattet worden war. Die EU-Kommission hatte Deutschland die Privatisierung der PBB bis Ende 2015 zur Auflage gemacht. Sonst hätte auch der gesunde Kern der ehemaligen HRE abgewickelt werden müssen..

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kann damit absehen, dass zumindest die Rettung der PBB für den Bund nicht zu einem Verlustgeschäft wird. Mit 2,3 Milliarden Euro hatte er die PBB unterstützt, eine Stille Einlage über eine Milliarde Euro hatte die Bank vor dem Startschuss für den Börsengang vor einer Woche zurückgezahlt. Der Bankenrettungsfonds trennt sich zunächst von 80 Prozent an der pbb, die restlichen 20 Prozent darf er frühestens in zwei Jahren auf den Markt werfen.

Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick verglich die PBB mit ihrer irischen Schwester Depfa, bei der sich der Bund für die Abwicklung und gegen einen Verkauf entschieden hatte. „Auch dieser Teil der Privatisierung der HRE ist nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Denn die PBB wird deutlich unter Buchwert verkauft“, sagte er. Die Pfandbriefbank wird am unteren Ende der Spanne mit weniger als dem 0,6-fachen ihres Buchwerts bewertet, insgesamt ist sie damit maximal 1,5 Milliarden Euro wert. Der Rivale Aareal Bank liegt beim 0,9-fachen. Dabei ist die PBB für den Staat noch der lukrativste Teil der HRE. Der Rest des Kredit- und Wertpapierbestandes liegt überwiegend in einer „Bad Bank“. „Die immensen Kosten der HRE-Rettung für den Steuerzahler werden nach und nach deutlich“, sagte Schick.

Von

rtr

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