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19.01.2009

12:46 Uhr

Pflichtangebot

Deutsche Bank: Offenbar kein Pflichtangebot

VonStefanie Schulte

Die Frage, ob die Deutsche Bank den Aktionären der Postbank ein Pflichtangebot für ihre Papiere machen muss, löst bei den ansonsten stets regen deutschen Aktionärsschützern keinerlei Betriebsamkeit aus. Ein Pflichtangebot muss erst ab 30 Prozent der gehaltenen Aktien abgegeben werden – die Deutsche Bank erhält 22,9 Prozent der Anteile.

FRANKFURT. „Besser für die Aktionäre wäre es, wenn es in drei Jahren ein Pflichtangebot geben würde“, sagt Marco Cabras von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Aussichten, dass es bereits „zeitnah“ ein solches Angebot gäbe, wie es der niederländische Hedge-Fonds Exchange Investors gefordert hatte, hält er für gering.

Hintergrund der unterschiedlichen Sichtweisen ist die Frage, welcher Anteil an der Postbank derzeit schon der Deutschen Bank zuzurechnen ist. Laut den in der vergangenen Woche neu verhandelten Details des Deals erhält die Deutsche Bank in einer ersten Stufe 50 Mio. Postbank-Aktien und damit 22,9 Prozent der Anteile. Zudem zeichnet sie eine Umtauschanleihe der Deutschen Post über 2,7 Mrd. Euro, die nach drei Jahren gegen 27,4 Prozent der Aktien umgetauscht wird.

Nach Paragraph 30 Absatz 2 des Wertpapierübernahmegesetzes (WPÜG) muss ein Pflichtangebot erst ab einer Schwelle von 30 Prozent der gehaltenen Aktien abgegeben werden. Knackpunkt ist hier die Frage des sogenannten „Acting in concert“, also ob die Deutsche Bank – trotz der nur 22,9 Prozent direkt gehaltener Aktien – nicht indirekt bereits Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Postbank-Anteile hat. Darüber zu entscheiden hat die Börsenaufsicht BaFin, an die sich der niederländische Hedge-Fonds bereits zur Klärung der Frage gewandt hat. Dort hat man allerdings schon signalisiert, dass man in dem jetzt gewählten Prozedere keinen Verstoß gegen das WPÜG sieht.

Von Seiten der Aktionärsschützer verspricht man sich ohnehin mehr davon, wenn es erst in drei Jahren zu einem Pflichtangebot kommt. „Da hoffen wir mal, dass der Postbank-Kurs dann deutlich über dem heutigen Niveau steht“, sagt Marco Cabras.

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