Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2014

18:03 Uhr

Pharmakonzern ist optimistisch

Bayer erfreut Aktionäre mit Wertsteigerung und Dividende

Lob von mehreren Anlegerschutzvereinigungen – das erleben Firmen selten. Bayer gibt sich optimistisch und beteiligt die Aktionäre, doch Kritik an unrentablen Sparten und problematischen Produkten wiegelt der Konzern ab.

Bayer wird von außen mit Gold überschüttet, zumindest verbal. Reuters

Bayer wird von außen mit Gold überschüttet, zumindest verbal.

KölnBayer-Chef Marijn Dekkers sieht den Chemie- und Pharmakonzern mit seinen neuen Medikamenten und einer gefüllten Pipeline von Arzneien und Projekten auf gutem Kurs. In den Sparten Gesundheit und Agrar/Pflanzenschutz werde das Unternehmen das Wachstum weiter vorantreiben, sagte er am Dienstag auf der Hauptversammlung in Köln. Für die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr erntete der Vorstand viel Lob.

Die Lage des Unternehmens bezeichnete der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tüngler, als „hervorragend“. Vor allem die starke Entwicklung des Aktienkurses, der einschließlich Dividende 45 Prozent über dem Wert des Vorjahres lag, erfreute die Anteilseigner. Wertsteigerung und Dividende - das habe der Vorstand richtig gut gemacht, sagte Joachim Krekel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

Er ermunterte den Vorstand zugleich, sich von der Kunststoffsparte Material Science zu trennen, die stark von der Konjunktur abhängig ist. Zu den neuerlichen Verkaufs-Gerüchten nahm Dekkers allerdings keine Stellung.

Im vergangenen Jahr hatte Bayer erstmals mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz erzielt und unter dem Strich 3,2 Milliarden Euro verdient. Auf dem Aktionärstreffen sollten die Anteilseigner unter anderem über eine Erhöhung der Dividende um 0,20 Euro auf 2,10 entscheiden.

Bayer will auch künftig seine Gesundheitssparte durch kleine und mittlere Akquisitionen stärken. Das organische Wachstum werde durch ergänzende Zukäufe unterstützt, betonte Dekkers. Außerdem plant das Unternehmen, die Anwendungsgebiete der neuen Pharmaprodukte zu erweitern und die Medikamente zusätzlichen Patientengruppen zugänglich zu machen. Zu Gerüchten über ein angebliches Interesse Bayers an einer Übernahme der rezeptfreien Medikamente des US-Konzerns Merck & Co äußerte sich Dekkers nicht.

Einige kritische Aktionäre nahmen erneut die umstrittene CO2-Pipeline ins Visier und forderten einen Ausstieg aus dem Projekt. Andere protestierten unter anderem gegen das Bayer-Verhütungsmittel Yasmin wegen eines erhöhten Thromboserisikos. Orale Kontrazeptiva gehörten zu den verlässlichsten Methoden zur Verhütung einer Schwangerschaft, betonte Dekkers dagegen.

Das gelte auch für das Sterilisationsprodukt Essure. In den USA hatte sich die bekannte Umweltaktivistin und Verbraucherschützerin Erin Brockovich den Protesten von Frauen gegen Essure angeschlossen. Das Produkt kam mit dem Kauf des US-Unternehmens Conceptus im vergangenen Jahr zu Bayer.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×