Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2013

11:16 Uhr

Platzierungsverfahren

Daimler- und EADS-Aktien klettern nach oben

Mit der Platzierung von gut 61 Millionen Aktien am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat Daimler einen Erlös von 2,2 Milliarden Euro eingeholt. Die Aktien der Unternehmen profitieren kräftig von dem Verkauf.

Das Gebäude der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) in Ottobrunn bei München. dpa

Das Gebäude der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) in Ottobrunn bei München.

StuttgartDaimler steigt endgültig bei EADS aus. Mit der Platzierung der noch verbliebenen gut 61 Millionen Aktien des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns erlöste der Autobauer am Mittwoch gut 2,2 Milliarden Euro. Im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens seien die Aktien zu je 37 Euro an internationale Anleger veräußert worden, teilte Daimler in Stuttgart mit. Die Nachfrage sei "stark" gewesen, die EADS-Aktien waren am Dienstag mit 37,20 Euro aus dem Börsenhandel gegangen. EADS erwarb rund 16 Millionen Aktien im Wert von 600 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf des Restanteils in Höhe von 7,5 Prozent verabschiedete sich Daimler 13 Jahre nach Gründung von dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen. EADS hatte Daimler immer wieder hohe Verluste eingebrockt. Wegen der Beteiligung an der Produktion von militärischen Gütern hatten sich die Schwaben zudem bei Aktionären oftmals Kritik eingehandelt. Daimler war im Jahr 2000 eines der Gründungsunternehmen von EADS, Herzstück ist der Flugzeugbauer Airbus.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Die Aktien von Daimler und EADS haben am Mittwoch kräftig vom Verkauf der EADS-Restbeteiligung durch den Autobauer profitiert. Die Titel der Stuttgarter legten als Reaktion um knapp ein Prozent auf 39,860 Euro zu. Für die Aktien des größten europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns ging es sogar um nahezu fünf Prozent auf 38,90 Euro nach oben. Der Dax legte zeitgleich lediglich um 0,37 Prozent zu. Für Daimler ergeben sich aus dem Verkauf der EADS-Aktien Erlöse von rund 2,2 Milliarden Euro.

Händler berichteten über ein großes Interesse an den EADS-Titeln am Markt. Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz zeigte sich überrascht vom frühen Zeitpunkt der Transaktion, ursprünglich war ein Verkauf im Sommer anvisiert. Die Aktionäre dürften die Fokussierung auf das Autogeschäft begrüßen. Zudem entsprächen die Erlöse fast genau der Summe, die nötig sei, um den Aktionären eine unveränderte Dividende von 2,20 Euro je Aktie zu zahlen, erklärte der Analyst.

Daimler kämpft derzeit mit schwachen Pkw-Absatzzahlen in Europa und China sowie einem vergleichsweise geringeren Free Cashflow. Den Milliardenerlös will Daimler in sein Kerngeschäft stecken und sichert damit zugleich seine Dividendenfähigkeit. "Wir werden den Erlös der Veräußerung in das globale Wachstum unserer Geschäftsfelder und den Ausbau unserer technologischen Spitzenposition investieren", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×