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28.04.2014

16:55 Uhr

Poker um Alstom

Siemens verschreckt Investoren

VonJörg Hackhausen

ExklusivSiemens steigt in den Kampf um Alstom ein. Damit will der Münchener Konzern den Rivalen GE ausstechen. Die Politik haben die Deutschen auf ihrer Seite – die Investoren offenbar nicht. Die Siemens-Aktie fällt deutlich.

Investoren fürchten, dass sich Siemens auf einen Bieterkampf um Alstom einlässt. dpa

Investoren fürchten, dass sich Siemens auf einen Bieterkampf um Alstom einlässt.

FrankfurtSiemens will für Alstom bieten – und stößt damit bei Investoren auf Skepsis. An der Börse fiel die Siemens-Aktie am Montag um fast drei Prozent. Sie war der größter Verlierer im Dax.

„Ich hoffe sehr, dass es nicht zu einem Bieterkampf um Alstom kommen wird“, sagte Tim Albrecht, Fondsmanager des DWS Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wir sehen die Pläne zum jetzigen Zeitpunkt eher kritisch.“ Der DWS Deutschland ist mit einem Volumen von 4,33 Milliarden Euro einer der größten Aktienfonds in Deutschland.

Der Münchener Konzern hatte am Wochenende erklärt, dass er eine Zusammenarbeit mit Alstom aus Frankreich anstrebe. Siemens will den Franzosen die Sparten erneuerbare Energien und Stromübertragungstechnik abkaufen. Zugleich ist Siemens bereit, seine Hochgeschwindigkeitszüge oder Lokomotiven abzugeben. Damit könnte Siemens die Pläne des US-Mischkonzerns General Electric durchkreuzen, der mit Alstom über einen Kauf der Sparte für Energietechnik verhandelt. Die Amerikaner sind bereits mit einem Milliardenangebot vorgeprescht – ein direkter Angriff auf Siemens in Europa.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.

Der Poker um Alstom könnte für die Rivalen Siemens und GE teuer werden. Nach Informationen des Handelsblatts taxiert Siemens den Wert der interessanten Unternehmensteile auf elf Milliarden Euro.

Hans-Joachim Heimbuerger, Analyst von Kepler Cheuvreux, schrieb, es sehe so aus, als könne Siemens nur verlieren: Biete der Konzern nicht, könne ein neuer mächtiger Energie-Rivale entstehen. Dies sei aber immer noch besser als ein milliardenschweres Gegenangebot, das die ohnehin große Ausrichtung auf Europa noch verstärke.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

28.04.2014, 18:53 Uhr

Zitat : Siemens verschreckt Investoren

- und will wohl mit dem Engagement bei Alstom die Streichung von zig Tausend Mitarbeitern überdecken !

Man kann es jetzt mit UMSTRUKTURIERUNG begründen !

Lachnummer !

Siemens ist wohl jetzt schon Pleite !

Account gelöscht!

28.04.2014, 19:29 Uhr

Siemens passt doch perfekt zu den Franzosen.

Durchwurschtelei und Bestechungen. Da kann der eine vom anderen lernen.

Wenn diese Nieten in Niedelstreifen wissen wollen, wie man erfolgreich einen Konzern führt, sollten sie bei GE in die Lehre gehen.

Account gelöscht!

28.04.2014, 19:56 Uhr

Warum will GE dann Alstom kaufen. Weil so ein Vorzeigekonzern wohl selbst keine Turbinen bauen kann.

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