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16.12.2015

10:48 Uhr

Prada im Fokus

Beim Modekonzern bricht der Gewinn ein

Die Luxusmarke kämpft in einem weltweit schwächelnden Markt. Das italienische Unternehmen muss drastisch sinkenden Umsatz und Gewinn melden. Dies schickt die Aktie in Hongkong in die Tiefe.

Bei der italienischen Luxusmarke Prada gehen Umsatz und Gewinn stark zurück. Reuters

Trister Jahresabgang

Bei der italienischen Luxusmarke Prada gehen Umsatz und Gewinn stark zurück.

HongkongBei Prada ist der Aktienkurs am Mittwoch in Hongkong auf ein Rekordtief gefallen. Zuvor waren Gewinn und Umsatz im dritten Quartal unter den Erwartungen der Analysten geblieben.

Die Aktie verlor in der Spitze 12,2 Prozent und fiel auf den niedrigsten Wert seit der Börseneinführung in Hongkong im Jahr 2011. Zuletzt lag die Aktie 8,8 Prozent im Minus bei 24,25 Hongkong-Dollar. Zum Vergleich: Das Börsenbarometer Hang Seng Index gewann knapp zwei Prozent.

Am Dienstag hatte Prada berichtet, dass der Gewinn in den drei Monaten bis Ende Oktober auf 46,5 Millionen Euro eingebrochen ist. Im Vorjahr betrug er noch 74,5 Millionen Euro. Laut einer Expertenbefragung von Bloomberg rechneten Analysten zwar auch mit rückläufigen Gewinnen, mit 60 Millionen Euro allerdings noch deutlich über den nun veröffentlichten Zahlen. Der Umsatz ging um 5,3 Prozent zurück auf 758,1 Millionen Euro und verfehlte ebenfalls die Erwartungen.

„Die deutliche Verschlechterung des externen Umfelds in Asien sowie Nord- und Südamerika in den Monaten August bis Oktober und in Europa im November, zusammen mit einer verstärkten Konkurrenz bei Handtaschen, sollte zu weiterem Abwärtsdruck auf den Konsensus bei Prada führen“, schrieb Rogerio Fujimori, Analyst bei RBC Capital Markets in London in einer Kurzeinschätzung. Aus diesen Gründen werde der Weg der Erholung bei den Ergebnissen langsamer und holpriger verlaufen, „als wir zuvor erwartet hatten“, so Fujimori.

Prada teilte weiter mit, dass die Preise in Europa erhöht werden sollen, um den schwächeren Umsatz in Asien und den USA zu kompensieren. Zudem werde nach Einsparungen gesucht, ohne Produkte und Marketing zu beeinträchtigen. Mit den Preiserhöhungen in Europa soll auch die Differenz zu China verringert werden, wo Luxusgüter deutlich teurer sind – was zum Teil an den Einfuhrzöllen liegt.

Prada hat mit dem schwächsten Markt für Luxusprodukte in sechs Jahren zu kämpfen. Weniger als ein Prozent seines Umsatzes wird über das Internet generiert – der Absatzkanal, über den die Branche dieses Jahr ihr größtes Wachstum erzielen wird. Darüber hinaus ist Pradas Handtaschen-Kollektion von Nangking bis New York auf geringes Interesse gestoßen. Hinzu kommt, dass seit den Terroranschlägen in Paris im letzten Monat weniger Touristen nach Europa reisen.

Der Umsatz in den eigenen Läden von Prada ist in allen Hauptmärkten zurückgegangen. In Hongkong und Macau verschlimmerte sich die Lage, und die Abschwächung des Yuan im August und September beeinträchtigte die Ausgaben der chinesischen Reisenden.

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