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13.01.2005

17:46 Uhr

Preisvorstellungen vor Premiere-IPO weit auseinander

Premiere soll angeblich im ersten Halbjahr an die Börse gehen

Vor dem geplanten Börsengang des PayTV-Senders Premiere liegen die Preisvorstellungen möglicher Investoren und der Gesellschafter offenbar derzeit weit auseinander.

HB MÜNCHEN/FRANKFURT. Bei institutionellen Investoren sei bereits vorgefühlt worden, wie die Resonanz auf einen Premiere-Börsengang aussehen würde. „Die Bewertungen lagen nicht so hoch wie erhofft“, hieß es am Donnerstag in Finanzkreisen. Die Vorbereitungen liefen aber erst an. Außerdem sei die Bewertung einer PayTV-Firma in Deutschland sehr schwierig. Für die nächste Woche seien weitere Gespräche mit Investoren verabredet. Michael Fuchs, Fondsmanager bei AM Generali Invest, nannte eine erste Größenordnung für die Bewertung des Gesamtkonzerns: „Ich wäre nicht überrascht, wenn sich die Diskussionen um den Preis in einer Range von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro für Premiere bewegen.“

Der Börsengang des einst stark defizitären Bezahl-TV-Senders ist für 2005 geplant, inoffiziell ist vom ersten Halbjahr die Rede. Premiere-Chef Georg Kofler hat mehrfach betont, er wolle so schnell wie möglich an den Markt gehen. Dagegen hatte Thomas Krenz, Chef des Finanzinvestors und größten Anteilseigners Permira, zuletzt eher gebremst: „Wir haben immer gesagt, Premiere ist 2005 börsenreif. Das ist der Fall. Wann dann der richtige IPO-Zeitpunkt ist, werden wir sehen.“

Fondsmanager äußerten sich vorsichtig. „Premiere braucht auf jeden Fall ein gutes Börsenumfeld, um das platzieren zu können. Der Börsengang wird sehr stark davon abhängen, wie risikofreudig die Investoren sind, und im Moment ist diese Risikobereitschaft noch da. Sie müssten es in den nächsten Wochen schaffen, sonst könnte es schwierig werden mit dem ersten Halbjahr“, sagte Heinrich Ey, Portfoliomanager für Telekom und Medien bei der Fondsgesellschaft dit. „PayTV war in Deutschland bisher keine Erfolgsgeschichte, aber in letzter Zeit lief es ja besser. Wenn der Deal ordentlich gepreist wird, dann kann man die Aktien schon kaufen“, sagte AMG-Fondsmanager Fuchs.

Kapitalerhöhung zum Börsengang sehr wahrscheinlich

Bei dem geplanten Börsengang ist es nach Angaben aus Branchenkreisen sehr wahrscheinlich, dass Premiere neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung auf den Markt bringen will. „Man muss davon ausgehen, dass es sehr wahrscheinlich kein reines Umplatzieren von Aktien der Gesellschafter an die Börse sondern auch eine Kapitalerhöhung geben wird“, hieß es in den Kreisen. Welchen Umfang die Kapitalerhöhung habe und welche Gesellschafter Aktien abgeben würden, sei aber noch nicht klar. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, beim Börsengang werde eine Kapitalerhöhung im Vordergrund stehen und die Gesellschafter wollten nur wenige Anteile abgeben.

Ein Premiere-Sprecher sagte, über Details des geplanten Börsengangs wie Zeitplan, die Zusammensetzung des Bankenkonsortiums oder welche Gesellschafter Anteile abgeben würden, sei noch nichts entschieden. „Die Eckwerte des Börsengangs werden von den Gesellschaftern in den nächsten Tagen besprochen“, fügte er hinzu.

Permira ist mit knapp 55 Prozent Mehrheitsgesellschafter des Abosenders, der aus dem zusammengebrochenen Medienimperium von Leo Kirch hervorgegangen war und unter der Führung Koflers saniert wurde. Kofler hält selbst 20,5 Prozent, die Banken BayernLB und HVB jeweils zehn Prozent.

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