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14.02.2006

17:29 Uhr

Primion startet

Und wieder lockt die Börse

VonChristian Schnell

Der Sicherheitstechnik-Anbieter Primion Technologies wagte am Montag den ersten Börsengang des laufenden Jahres im Prime Standard der Deutschen Börse. Rund 30 weitere Unternehmen werden 2006 aufs Parkett folgen. Mahnende Stimmen warnen vor einer Überhitzung.

Nach Ansicht von Experten zeichnet sich nun eine klare Tendenz für die weiteren Börsenkandidaten in diesem Jahr ab. Foto: dpa

Nach Ansicht von Experten zeichnet sich nun eine klare Tendenz für die weiteren Börsenkandidaten in diesem Jahr ab. Foto: dpa

FRANKFURT. Die insgesamt 2,8 Mill. Aktien des schwäbischen Unternehmens wurden am obersten Ende der Preisspanne von 13,50 bis 14,50 Euro ausgegeben und waren nach Unternehmensangaben mehr als 3,5fach überzeichnet. Nach Ansicht von Experten zeichnet sich nun eine klare Tendenz für die weiteren Börsenkandidaten in diesem Jahr ab: Das Emissionsgeschäft hat sich von einem Käufer- zu einem Verkäufermarkt gewandelt. „Nicht mehr die Großinvestoren, sondern die Unternehmen und Emissionsbanken diktieren die Preise“, sagt Konrad Bösl, Emissionsberater bei Schlecht & Partner. Noch vor zwei Jahren gab es von Käuferseite ein öffentliches Gefeilsche um den angemessenen Emissionspreis bei der Postbank.

Daraus resultiert, dass sich inzwischen deutlich höhere Preise am Aktienmarkt erzielen lassen als in den beiden Jahren zuvor. Im Fall von Primion hatte es allerdings im Vorfeld des Börsengangs Kritik von Investorenseite am hohen Emissionspreis und am fehlenden Preisabschlag gegeben. Außerdem stieß auf Kritik, dass die Hälfte des Emissionserlöses in die Hände von Altaktionären fließen sollte. Der erste Kurs von Primion lag gestern bei 14,75 Euro, im weiteren Verlauf rutschte der Aktienkurs jedoch unter das Ausgabeniveau. Das Interesse an Primion-Titeln sei nicht vergleichbar mit den stark gefragten Solar-Aktien, hieß es gestern auf dem Parkett. Es werde wohl ein wenig dauern, bis sich der Titel durchsetzt, sagte ein Händler.

In diesem Jahr rechnet Volker Fitzner, Emissionsberater bei Pricewaterhouse Coopers (PwC), mit rund 30 Börsengängen im Prime Standard. Das käme etwa einer Verdoppelung gegenüber 2005 gleich. 2006 wäre damit das erfolgreichste Emissionsjahr seit dem Börsenhype im Jahr 2000. Grund für die gute Stimmung ist vor allem das anhaltend gute Konjunkturklima. Da viele Volkswirte 2007 mit einer Abschwächung rechnen, wollen Börsenkandidaten und dort engagierte Private-Equity-Gesellschaften die Gunst der Stunde nutzen.

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