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17.05.2012

11:36 Uhr

Pro

Warum die Facebook-Aktie ein Welthit wird

VonUlrich Voß

Das Unternehmen wird Marktführer bleiben und kräftig wachsen, schreibt Wirtschaftsblogger Ulrich Voß in seinem Gastbeitrag. Neue Geschäftsfelder locken - mit einem Handy könnte Facebook sogar Apple übertrumpfen.

Ulrich Voß ist von der Facebook-Aktie begeistert. AFP

Ulrich Voß ist von der Facebook-Aktie begeistert.

Facebook ist Nummer 1 unter den sozialen Netzwerken und wird auf absehbare Zeit die Nummer 1 bleiben. Der Grund ist einfach: Facebook ist kein einfaches soziales Netz, sondern eine Plattform, auf der man nahezu beliebige weitere Dienste aufbauen kann. Darin unterscheidet sich Facebook klar von allen Vorgängern, die inzwischen wie StudiVZ oder MySpace in der Bedeutungslosigkeit versunken sind.

Aufgrund der Erweiterbarkeit des sozialen Netzes durch Anwendungen - als bekannteste seien die Spiele von Zynga und das Musikstreaming von Spotify genannt - sehe ich auf Jahre keinen Konkurrenten, der die Vormachtstellung von Facebook angreifen könnte; Facebook hat nicht nur die Nutzer, sondern auch die Apps. Facebook wird daher in den entwickelten Regionen weiterhin solide wachsen, in Asien und den anderen Emerging Markets sogar rasant. Rechnen wir hier einfach mal mit 30 Prozent Nutzerwachstum pro Jahr.

Contra: Finger weg von der Facebook-Aktie!

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Mehr als das 25fache sei Facebook nicht Wert, schreibt Wirtschaftsblogger Dirk Elsner. Anleger sollten die Titel daher tunlichst meiden. Das Geschäftsmodell sei unklar und weitere Risiken drohen.

Zugegeben: Die Bewertung von Facebook ist hoch. Beim erwarteten Börsenwert von etwa 100 Milliarden Dollar ergeben sich bei einem Gewinn der letzten zwölf Monaten von etwa 1 Milliarden ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 100. Das ist sehr hoch, selbst für einen Wachstumswert. Google kam 2004 allerdings ebenfalls mit einem KGV von über 100 an die Börse und wurde trotzdem eine Erfolgsgeschichte. Selbst ein Platzhirsch wie Amazon kommt aktuell auf ein KGV, das dreistellig ist.

Ein Problem, das vielerorts gesehen wird, ist der schwache Umsatz Facebooks im ersten Quartal 2012. Je Nutzer konnte nur ein Umsatz in Höhe von 1,17 Dollar eingefahren werden. Das war ein Minus von 17 Cent gegenüber dem Vorquartal, allerdings ist das Vorquartal wegen des Weihnachtsgeschäfts saisonal für alle werbefinanzierten Angebote das mit Abstand stärkste des Jahres. Im fairen Vergleich mit dem Vorjahresquartal wuchs der Umsatz je Nutzer mit plus 9 Cent sehr wohl.

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Beim „Crowdguessing“ von Handelsblatt Online und zwei Wirtschaftsblogs sollen Twitter- und Facebook-Nutzer den Preis der Facebook-Aktie am Ende des ersten Börsentages schätzen. Die Gewinner werden belohnt.

Dieses Wachstum ist allerdings zu gering, um den angestrebten Börsenwert zu rechtfertigen. Facebook muss aus dem laufenden Geschäftsbetrieb mehr Umsatz generieren. In den vergangenen zwölf Monaten wurden 4,34 Dollar Erlöse je Nutzer eingefahren. Die Spanne ist aber enorm: In Nordamerika waren es 9,51 Dollar, Europa 4,86 Dollar, in Asien hingegen nur 1,79 Dollar. Hauptgrund dafür: Der Anzeigenverkauf ist in den USA am weitesten ausgebaut, die anderen Märkte hinken hinterher. Im Laufe der Zeit wird aber zumindest Europa ähnliche Niveaus erreichen wie die USA und auch Asien hat Steigerungspotenzial.

Kommentare (3)

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17.05.2012, 13:40 Uhr

"Eigentlich weiß Facebook über seine Nutzer mehr als Google und kann damit- zumindest in der Theorie - auch bessere, sprich zielgerichtetere Werbung anzeigen."

Genau das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis! Google weiß in dem Moment in dem der Benutzer auf den Suchen-Button klickt genau was der Nutzer gerade möchte (nämlich das was er gerade sucht) und daher kann Google deutlich hilfreichere Werbung schalten als Facebook. Bei Facebook ist die Werbung nämlich alles andere als Hilfreich, sie ist störend!

Facebook mag zwar mehr über den Nutzer wissen, Google weiß aber welche Werbung dem Nutzer gerade am meisten weiterhilft.

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17.05.2012, 15:33 Uhr

So sehe ich es auch.
Googles Werbung ist deutlich effektiver, dieses wird durch die Aussagen einiger meiner Kunden bestätigt.
Mag sein, das die rechnerischen Fähigkeiten von FB noch nicht ausgeschöpft sind, und die Werbeideen auch nicht.
Aber auch dort ist FB nicht konkurrenzlos.
Die Geduld der Nutzer ist nicht unendlich, vor allem nicht beim Datenschutz. Denn dieses Thema wird in Zukunft noch weiter Kreise ziehen. Den Nutzer zum Stimm- und Werbevieh zu machen kann eine Weile gut gehen, aber auch hier wird die "Schwarmintelligenz" weit unterschätzt.

Account gelöscht!

18.05.2012, 11:18 Uhr

Eine totale Verblendung! Liebe Facebook-Nutzer: Lasst euch nicht veräppeln. Die wirtschaftliche Substanz von Facebook ist minimal! Umsatz, Rendite, etc. sehr schwach. Hier werden Erwartungen geschürt und wenn das geschieht, wirds brandgefährlich. Im Sinne der eigenen Geldbörse: Schaut euch die Fakten an, nicht die potenziellen Erwartungen. Die Banken verdienen bei der Emission ordentlich mit, deshalb wird gehypt. Wer das erkennt, lässt die Aktie erstmal links liegen. Später kann immer noch gekauft werden!

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