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01.09.2012

12:31 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Vertrauen in den Euro fehlt

Eine Währung ist nur stabil, wenn ihr Vertrauen entgegen gebracht wird. Doch genau das fehlt dem Euro, kritisiert Burkhard Allgeier. Für Anleger hat er fünf Thesen formuliert, wie es trotz der Krise weitergeht.

Beim Euro kommt es auf die wirtschaftliche Solidarität der Teilstaaten an. dapd

Beim Euro kommt es auf die wirtschaftliche Solidarität der Teilstaaten an.

Warum ist der Schweizer Franken traditionell so stark? Und warum der Euro so labil? Weil eine Währung Vertrauen benötigt. Nur dann ist sie stabil, und ihr Außenwert bleibt erhalten oder steigt sogar. Vertrauen in eine Währung erwächst vornehmlich daraus, dass der dazugehörige Staat solide wirtschaftet. Beim Euro als Gemeinschaftswährung kommt es auf die wirtschaftliche Solidität der Teilstaaten an. Und daran hapert es. Wie es mit dem Euro weitergeht, kann niemand genau sagen. Aber hier sind fünf Thesen:

Erstens: Die Europäische Währungsunion (EWU) zerfällt nicht, das politische Projekt wird am Leben erhalten. Selbst ein "freiwilliger" Austritt Griechenlands würde nicht das Ende der EWU bedeuten. Das Szenario einer Renationalisierung der Währungsunion erachten wir für unwahrscheinlich, jedoch nicht für unmöglich.

Zweitens: Innerhalb der Triade von Euro, US-Dollar und japanischem Yen hat keine Seite Interesse an starken Wechselkursveränderungen. Zwar wäre eine schwache eigene Währung ein willkommenes Konjunkturprogramm. Aber einem Abwertungswettlauf würde die jeweils andere Seite nicht tatenlos zusehen. Zudem haben die Notenbanken der Triade wenig Lust, neben ihren konventionellen und unkonventionellen Maßnahmen auch noch Wechselkurspolitik zu betreiben. Daher wird sich der Aufwertungsdruck auch künftig auf "kleinere" Währungsräume wie Skandinavien, Kanada, Australien, Neuseeland oder einige Schwellenländer übertragen.

Drittens: Der Euro hat sich wie Yen und US-Dollar zu einer Niedrigzinswährung entwickelt. Damit lohnen sich "Carry-Trades". Investoren nutzen preiswerte Kredite in Euro für Anlagen in höherverzinslichen Währungsräumen. Profiteure, aber auch Leidtragende sind erneut die kleinen Währungen.

Kommentare (16)

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MeinSchwan

01.09.2012, 12:54 Uhr

Ach ne, sowas aber auch.

beat126

01.09.2012, 13:05 Uhr

Herr Allgeier, in einem wesentlichen Punkt möchte ich Ihnen widersprechen. Nicht dass ein Staat solide wirtschaftet ist das Geheimnis einer stabilen Währung, sondern es liegt vielmehr an der politischen Stabilität.

Das Konstrukt der EU und der Euro-Zone unterscheiden z.B. die Schweiz und Deutschland. Obwohl beide Staaten solide wirtschaften, haben der Franken und der Euro entgegengesetzte Richtungen.

Dazu kommt noch die Willkür einer reinen Parlamentarischen Demokratie in Deutschland, die einer Regierung erlaubt mindestens 4 Jahre lang alles zu tun, was innerhalb der Grenzen des GG liegt - einmal links, dann rechts. Für jeden Investor ein No-Go.

adagio

01.09.2012, 13:15 Uhr

Die Glühbirnen in Euroland werden abgeschafft, in letzten Atemzügen werden noch halbseriöse Anlage-Lektüren durch die orsamerleuchtete, viruelle Medienwelt ge-allGEIER-t. Wie soll man da noch Anleger-Leuchte sein wenn Osram diktatorisch vom Markt geblasen wird? Die im Dunklen sieht man nicht - die auf dem untergehenden EURO auch nicht.

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