Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2011

11:56 Uhr

Prognose angehoben

Infineon begeistert die Börse

Die Aktie des Chipkonzerns kennt seit Monaten nur eine Richtung: nach oben. Mit seiner Prognose für das Gesamtjahr übertrifft Infineon sogar noch die Erwartungen der Analysten. Diese loben die Neuausrichtung der Bayern.

HB DÜSSELDORF. Die Infineon-Rally geht weiter: Gute Zahlen für das Auftaktquartal und eine angehobene Prognose für das Gesamtjahr haben den Kurs des Chipherstellers am Dienstag getrieben. Infineon-Aktien notierten im frühen Handel zeitweise mehr als drei Prozent im Plus und setzten sich an die Dax-Spitze. Am späten Vormittag stabilisierten sich die Titel bei 7,89 Euro und somit 2,2 Prozent im Plus.

Bereits in den letzten sechs Monaten legten die Papiere einen beeindruckenden Sprint hin. Der Aktienkurs legte seit August mehr als 50 Prozent zu. Die Papiere schlugen damit das ohnehin günstige Marktumfeld deutlich - der Dax stieg im gleichen Zeitraum um 16 Prozent.

In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres stieg der Nettogewinn auf 232 Millionen Euro, verglichen mit 66 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten einer Bloomberg-Umfrage zufolge mit einem Ergebnis von 161,3 Millionen Euro gerechnet.

Das Unternehmen aus Neubiberg profitiert von vollen Auftragsbüchern: Infineon rechnet nun mit einem Umsatzwachstum im laufenden Jahr von 15 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Euro. Bislang war der Chiphersteller von einem Umsatzplus von zehn Prozent ausgegangen. Die operative Rendite werde in dem Ende September auslaufenden Gesamtjahr an die 20 Prozent heranreichen. Bisher hatte Infineon eine Betriebsmarge von gut 15 Prozent vorausgesagt.

Die DZ Bank hob die Titel der Bayern angesichts der korrigierten Prognose auf "Kaufen". Die operative Marge sei "hervorragend", sagte ein Analyst der Bank im Gespräch mit Handelsblatt Online. Der Konzern sei damit gut auf zyklische Korrekturen vorbereitet.

Auch die Entscheidung von Infineon, sich auf das Automobil-Kerngeschäft zu konzentrieren, werteten die Analysten als richtige Entscheidung. Der Chiphersteller hatte seine Handysparte im August letzten Jahres an Intel veräußert. Der US-Technologiekonzern soll dafür 1,1 Milliarden Euro gezahlt haben. Zwar habe sich Infineon mit dem Schritt abhängiger vom Autogeschäft gemacht, die Papiere seien aber damit nicht mehr der hohen Volatilität am Wireless-Markt unterworfen, sagte der DZ-Analyst.

JP Morgan hob das Anlageurteil für Infineon von "Neutral" auf "Übergewichten" an. Der Halbleiterproduzent hänge mittlerweile weit weniger von sehr volatilen Märkten ab, sondern sei stärker auf langfristig wachsende Endmärkte wie die Automobil- und Energiebranche ausgerichtet, schrieb Analyst Sandeep Deshpande in einer Studie. Wichtig für die Kursentwicklung seien nun in erster Linie Ausschüttungen an die Aktionäre.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×