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25.07.2013

18:50 Uhr

Prognose

Goldman Sachs erwartet im Herbst nur wenige Börsengänge

Kaum mehr als fünf deutsche Unternehmen werden im Herbst den Schritt aufs Börsenparkett wagen werden, prophezeit Goldman Sachs. Dabei verfolgen die Kandidaten zum Teil Strategien, die alles andere als risikoarm sind.

Ein kleiner Plastikbulle steht in der Börse in Frankfurt: Im Herbst soll es nur wenige Börsengänge geben. dpa

Ein kleiner Plastikbulle steht in der Börse in Frankfurt: Im Herbst soll es nur wenige Börsengänge geben.

FrankfurtÜber Deutschland wird nach Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs auch im Herbst keine Welle von Börsengängen hereinbrechen. „Maximal fünf“ Börsengänge seien zu erwarten, sagte der für das Kapitalmarktgeschäft im deutschsprachigen Raum zuständige Manager Christoph Stanger am Donnerstag in Frankfurt. Die meisten der Börsenkandidaten kämen aus der Hand von Private-Equity-Gesellschaften. „Die Finanzinvestoren hatten nach der Finanzkrise einen gewissen Rückstau, doch nun finden sie wieder den Weg an die Börse“, sagte er.

Zu den Anwärtern auf den Sprung an die Frankfurter Börse zählt Goldman Sachs den Badarmaturen-Hersteller Grohe, bei dem sich die Eigentümer TPG und Credit Suisse aber gleichzeitig um einen Verkauf bemühen. Diesen sogenannten „Dual Track“ sieht Stanger als Ausnahme. Nicht immer funktioniere der Plan, damit den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben. „Dazu muss ein Unternehmen schon begeistert am Markt aufgenommen werden.“ Ein Beispiel dafür sei der Wissenschaftsverlag Springer Science, bei dem kurz vor dem Börsengang doch noch der Finanzinvestor BC Partners für bis zu 3,3 Milliarden Euro zuschlug.

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

Platz 10

Chevron

Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 9

Nestle

Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

Branche: Konsumgüter

Platz 8

IBM

Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 7

Microsoft

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 6

General Electric

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Mischkonzern

Platz 5

Wal-Mart

Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

Branche: Handel

Platz 4

PetroChina

Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 3

Berkshire Hathaway

Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

Branche: Investment

Platz 2

Exxon Mobil

Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 1

Apple

Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Berechnung

Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Bei Springer Science hatte Stanger ebenso mitgemischt wie bei den Börsengängen des Gabelstaplerherstellers Kion und der Wohnimmobiliengesellschaft LEG, die im ersten Halbjahr von Finanzinvestoren an die Börse gebracht wurden. Auch die Abspaltung der Siemens -Tochter Osram hatte der Goldman-Banker begleitet. Wegen der Umbruchsituation von Osram sei es die richtige Entscheidung gewesen, den Weg an die Börse zu gehen, ohne neue Aktien auszugeben. „Mit einem IPO wäre das ein Riesen-Problem gewesen“, sagte Stanger. So hätten die Siemens-Aktionäre in einer Woche sieben Prozent gewonnen.

Von

rtr

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