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04.01.2010

11:28 Uhr

Prognose

Hoffnung auf mehr Börsengänge

VonRobert Landgraf

Kapitalerhöhungen bestimmten das Bild im vergangenen Jahr. 2009 hatte das Emissionsvolumen schon deutlich über den Wert von 2008 gelegen – doch einige Börsengänge wurden abgesagt. 2010 könnte es weiter aufwärts gehen. Welche Unternehmen als Börsenkandidaten gelten.

Eine Boeing 737 landet auf in Hamburg. Der Flughafen wird von Hochtief Concessions betrieben. Das Unternehmen musst 2009 den geplanten Börsengang absagen. 2010 stehen die Chancen für IPOs besser. dpa

Eine Boeing 737 landet auf in Hamburg. Der Flughafen wird von Hochtief Concessions betrieben. Das Unternehmen musst 2009 den geplanten Börsengang absagen. 2010 stehen die Chancen für IPOs besser.

FRANKFURT. Kapitalerhöhungen prägten das Bild bei Aktienemissionen im vergangenen Jahr 2009. Ohne die Emissionen der Hypo Real Estate, bei der der Bund als Geldgeber einsprang, betrug das Emissionsvolumen nach den Berechnungen von Kirchhoff Consulting 12,4 Milliarden Euro und lag damit um gut 50 Prozent über dem Vorjahr. Gleichzeitig bot der Kapitalmarkt trotz Krise eine erhöhte Aufnahmebereitschaft für größere Kapitalerhöhungen. Die Anzahl der Kapitalerhöhungen schrumpfte 2009 um drei auf insgesamt 96.

Bei Börsengängen blieb es bis zum Jahresende bei nur einem IPO (Initial Public Offering) in den regulierten Markt, dem Prime Standard. Mit einem Emissionsvolumen von 56 Millionen Euro wagte die Vtion Wireless Technology, ein Anbieter von mobilen Datenkarten, die Börsennotiz in Frankfurt. Geplante Großemissionen zum Jahresschluss wie Hochtief Concessions, Scan Energy und Unity Media wurden abgesagt.

Bereits 2008 hatte die Lage nicht rosig ausgesehen. Damals wagten gerade einmal zwei Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Euro den Börsengang in Deutschland.

Für dieses Jahr zeigt sich Armin Heuberger, Managing Director Global Capital Markets bei der Schweizer UBS, vorsichtig optimistisch. Er erwartet, dass die Unternehmen die Börse als Möglichkeit zur Wachstumsfinanzierung nutzen. Seine Prognose für 2010: acht bis zehn größere Börsengänge in Deutschland mit einem Volumen von drei bis sechs Milliarden Euro.

Kirchhoff Consulting gibt sich noch deutlich zuversichtlicher: „Wir rechnen 2010 mit bis zu 20 IPOs im Prime Standard“, sagen die Experten voraus. Schon im ersten Halbjahr sei eine Erholung des Marktes vorstellbar. Ein Branchenschwerpunkt sei nicht erkennbar. Als mögliche größere Börsenkandidaten nennen die Experten den Chemiehändler Brenntag, GSW Immobilien, Prime Office, Schott Solar und die Flint Group. Auch ausländische Firmen würden an den deutschen Kapitalmarkt gehen.

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