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29.12.2013

17:57 Uhr

Prognosen für 2014

Experten warnen vor Übertreibung bei Aktien

Die Aussichten für 2014 sehen blendend aus, gerade in Aktien sehen viele Anleger ihr Glück. Doch die Verheißung auf schnelle Rendite könnte trügerisch sein. Banken warnen vor überhitzen Märkten – und raten zur Vorsicht.

Dax-Man in Frankfurt: Auch Superhelden werden manchmal schwach. Reuters

Dax-Man in Frankfurt: Auch Superhelden werden manchmal schwach.

ZürichIn den Chor der für 2014 optimistischen Aktien-Experten mischen sich zunehmend skeptische Stimmen. Die Börsenprognosen der meisten Banken und Anlageberater gehen zwar davon aus, dass ein weltweit steigendes Wirtschaftswachstum und eine Entspannung in der Eurokrise zusammen mit weiterhin niedrigen Zinsen die Aktienmärkte weiter beflügeln werden. Aus dieser Sicht spreche alles für Aktien und nichts für Staatsanleihen. „Aktien klar übergewichten“ ist der Tenor der meisten Einschätzungen für 2014.

Im vergangenen Jahr war diese Strategie erfolgreich: Europäische Aktienindizes legten zwischen zehn und 20 Prozent zu. Die US-Börse stieg um mehr als 20 Prozent. Auch an der Schweizer Börse können sich die Anleger über Kursgewinne von rund 20 Prozent freuen. Mit sicheren Franken-Anleihen war dagegen kein Geld zu verdienen.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Den Trend aber einfach fortzuschreiben könnte sich als Fehler erweisen. „Anlegerinnen und Anlegern, die von den Kursgewinnen der letzten Jahre verwöhnt worden sind, raten wir, ihre Erwartungen zu dämpfen“, hieß es im Marktausblick der Großbank UBS. Im kommenden Jahr dürften die Börsen im Rahmen des Wachstums der Unternehmensgewinne um nur noch fünf bis zehn Prozent steigen, schätzte der Anlagestratege der Zürcher Kantonalbank, Claude Zehnder.

Ein weit verbreiteter Optimismus gilt als Warnsignal. Die von einer allgemeinen Euphorie getragene Aufwärtsbewegung der Börsen gleiche zunehmend einer Blasenbildung, urteilte die Grüebler Vermögensverwaltung aus Zürich. "Das Ausmaß der Hausse ist bei objektiver Betrachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur teilweise gerechtfertigt", so die Vermögensverwaltungsfirma. Die Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank und die Frage der Schuldenobergrenze in den USA sowie ein neues Aufflackern der Euro-Krise könnten jederzeit wieder neue Unsicherheit auslösen.

Kommentare (2)

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azaziel

30.12.2013, 09:19 Uhr

1) Die Staatsverschuldung steigt weltweit weiter. Steigende Verschuldung bedeutet hoeheres Risiko. Hoeheres Risiko bedeutet hoehere Risikopraemie, sprich steigende Zinsen.

2) Sollen die Zinsen niedrig bleiben, muessen Zentralbanken streikende Privatanleger ersetzen, indem sie Staatsanleihen kaufen. Staatsfinanzierung durch Zentralbanken fuehrt zu Inflation. Inflation frisst Kaufkraft der Verbraucher und fuehrt zu Umsatzeinbussen in der Wirtschaft.

3) Reicht die Staatsfinanzierung durch die Notenpresse nicht, muessen Steuern und Abgaben erhoeht werden oder die Staatsausgaben eingeschraenkt werden. Steuererhoehungen Treffen Unternehmen direkt. Soweit Steuern von Konsumenten erhoben werden, schraenken diese die Kaufkraft ein und trifft die Unternehmen indirekt. Ausgabeneinschraenkung trifft die Bezieher von Transfers und schraenkt deren Kaufkraft ein. Unternehmen werden direkt durch den Rueckgang von oeffentlichen Auftragen betroffen.

4) Die groesste Gefahr sehe ich in einer Welle von Devisen- und Handelsbeschraenkungen. Der Fall Zypern hat erste Hinweise darauf gegeben, was alles an Massnahmen ueberlegt wird. Jetzt schon wehren sich manche Laender gegen den unkontrollierten Zufluss an Devisen, die aus Liquiditaetsmassnahmen der Notenbanken stammen.

Gute Aussichten?

Account gelöscht!

30.12.2013, 10:22 Uhr

Echt jetzt ? Der Dax bei 9600 Punkten und einige Analysten sprechen von Übertreibungen ? Nun, in früheren Jahren lief es in der Regel so, dass die Großanleger zunächst nach und nach ausgestiegen sind und anschließend geshortet haben bis der Dax wieder bei 3600 stand. Irgendwie ahne ich diesmal ähnliches.

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