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24.01.2010

10:00 Uhr

Puma-Aktie

Mehr als 1 000 Prozent Plus – ist jetzt Schluss?

VonJörg Hackhausen, Christian Panster

Die Aktie des Sportartikelherstellers Puma gehört zu den großen Börsengewinnern der vergangenen zehn Jahre - und stieg in diesem Zeitraum um satte 1 280 Prozent. Doch die Aussichten für die Zukunft sind weit weniger gut: Seit Beginn der Finanzkrise laufen die Geschäfte nur noch schleppend.

Vom Raubtier zum Bettvorleger? Auf Puma warten schwere Zeiten. dpa

Vom Raubtier zum Bettvorleger? Auf Puma warten schwere Zeiten.

FRANKFURT. Auf dem deutschen Markt gibt es kaum eine bessere Aktie als Puma; zumindest, wenn man sich die vergangenen zehn Jahren anschaut. In dieser Zeit hat der Kurs rund 1 280 Prozent zugelegt. Damit schafft es der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach unter allen deutschen Aktien auf das Siegertreppchen – nur Solarworld und Bijou Brigitte sind noch besser.

Wer über die Erfolgsgeschichte von Puma sprechen will, muss weit in der Zeit zurückreisen. Alles beginnt mit dem Streit zweier Brüder. Rudolf und Adi Dassler, die Gründer der Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler in Herzogenaurach, wollen nicht länger gemeinsame Sache machen. Nach einer Meinungsverschiedenheit geht jeder seinen eigenen Weg. Das war unmittelbar nach dem Krieg, im Jahr 1948. Adi gründet Adidas, Rudolf gründet Puma. Zuerst soll sein Unternehmen Ruda heißen, abgeleitet von den Anfangbuchstaben seines Vor- und Nachnamens. Aber weil Puma nicht nur so ähnlich, sondern auch dynamischer klingt, setzt sich schnell der neue Name durch. Heute gehören beide Firmen zu den führenden Sportartikelherstellern der Welt.

Die erbitterte Rivalität hat sich über Jahre und Jahrzehnte gehalten. Es heißt, man solle sich besser nicht mit Pumaschuhen bei Adidas blicken lassen – und umgekehrt. Angeblich müssen selbst Lieferanten darauf achten, auf dem Parkplatz das richtige Schuhwerk zu tragen. Ein erster Annäherungsversuch fand im vergangenen Jahr zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen statt. Erstmals seit 60 Jahren wurde ein Fußballspiel zwischen Mitarbeitern beider Firmen ausgerichtet; allerdings nicht gegeneinander, die Spieler liefen in gemischten Mannschaften auf.

Puma ist das kleinere der beiden Unternehmen. Adidas ist an der Börse rund sieben Mrd. Euro wert, Puma etwa die Hälfte. Trotzdem muss sich Puma nicht vor dem großen Bruder verstecken. In den letzten Jahren ist Puma schneller gewachsen und hat deutlich aufgeholt. Großen Anteil daran hat der Boss, Jochen Zeitz. Er steht seit Mitte der 1990er-Jahre an der Spitze. Er erfand Puma neu und machte aus dem Sportartikelhersteller eine Modemarke.

Dabei sah es zunächst als andere als rosig aus für das Unternehmen. Als Zeitz seinen Job in Herzogenaurach antritt, steht Puma kurz vor dem Aus. Ein Himmelfahrtskommando für den neuen Chef. Immer weniger Kunden kaufen Klamotten mit dem Raubtier-Logo. Puma, so scheint es, wird das ewige Duell mit dem großen Bruder Adidas verlieren. Doch die Zeitz’sche Produktrevolution bringt die Wende; die Umsätze klettern – und mit ihnen die Aktie.

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