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20.04.2011

14:53 Uhr

Quartalsverlust

Überflieger Adva stürzt an der Börse ab

VonJörg Hackhausen

Für die Aktie des TecDax-Konzerns Adva Optical ging es über Jahre steil nach oben. Jetzt folgt der Rückschlag. Die Aktie bricht nach schwachen Zahlen ein – an einem Tag, der für Tech-Aktien eigentlich nur Gutes bringt.

Für die Aktie von Adva Optical geht es rasant abwärts. Quelle: dpa

Für die Aktie von Adva Optical geht es rasant abwärts.

FrankfurtAm Aktienmarkt kommen die Anleger heute voll auf ihre Kosten. Mit den Kursen geht es kräftig nach oben. Gute Zahlen der Unternehmen hätten die Investoren begeistert, heißt es. Insbesondere Tech-Aktien sind nach starken Zahlen von Intel und IBM gefragt. Nur in einem Fall gilt das nicht: Für die Aktionäre von Adva Optical ist es ein schwarzer Tag.

Die Aktie aus dem TecDax fiel in der Spitze um fast 20 Prozent und lag am Nachmittag immer noch 14 Prozent im Minus bei 5,60 Euro. Der Grund: Das Unternehmen – ein Anbieter von Kommunikationstechnik – hatte enttäuschende Zahlen vorgelegt. Im ersten Quartal des Jahres verzeichnete die Firma einen Verlust von mehr als zwei Millionen Euro. „Ein Verlust in der Höhe ist schon eine ordentliche Enttäuschung“, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse.

Grund für den Verlust seien Währungsschwankungen und eine schwächere Nachfrage gewesen, da zwei der drei größten Kunden weniger bestellt hätten, erklärte der Chef des Unternehmens, Brian Protiva. Für den Rest versuchte er den Anleger Mut zu machen: „Der Auftragseingang ist seit sechs Wochen sehr stark.“ Wenn der Trend so weitergehe, stehe Adva im zweiten Quartal sehr gut da.

Analysten scheinen davon weniger überzeugt zu sein. Die WestLB hat die Aktie nach den Zahlen gleich drastisch von „kaufen“ auf „verkaufen“ abgestuft und das Kursziel von 7,04 auf 5,63 Euro gesenkt. Das Unternehmen habe enttäuschende Ergebnisse vorgelegt, schrieb Analyst Thomas Langer in einer Studie. Auch die Prognosen für das zweite Jahresviertel hätten seine bereits niedrigen Erwartungen verfehlt. Er habe das Kursziel zunächst pauschal um 20 Prozent reduziert und plane, die Prognosen zu überarbeiten, so Langer. Das klingt fast wie eine Drohung. Aber steht es um das Unternehmen wirklich so schlecht?

Wenn Anleger und Analysten ehrlich sind, werden sie feststellen, dass sie es etwas übertrieben haben. Lange Zeit konnten sie gar nicht genug von der Aktie bekommen. Die Analysten waren voll des Lobes und die Anleger trieben den Kurs in immer neue Höhen. In den letzten drei Jahren legte die Aktie um mehr als 220 Prozent zu. Irgendwann muss nach einer solchen Rally ein Rückschlag kommen. Mitleid muss man deshalb mit den Investoren aber nicht haben. Diejenigen, die jetzt aussteigen, haben immer noch einen guten Schnitt gemacht.

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