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20.10.2014

14:52 Uhr

Reebok-Angebot befeuert Adidas-Aktie

Hoffnung für Adidas-Anleger

VonLisa Hegemann

Seit Monaten bewegt sich die Adidas-Aktie vor allem in eine Richtung: nach unten. Ein mögliches Angebot für Reebok hat diesen Trend nun umgekehrt. Doch fix ist noch lange nichts.

Möglicher Reebok-Verkauf

„Adidas muss sich freistrampeln!“

Möglicher Reebok-Verkauf: „Adidas muss sich freistrampeln!“

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DüsseldorfGinge es nach den Adidas-Anlegern, dann wäre der Verkauf der Reebok-Sparte wohl nur noch eine Frage der Zeit. Nachdem das „Wall Street Journal“ am Montag mit Verweis auf unterrichtete Kreise berichtet hatte, dass eine Investorengruppe ein Angebot von 1,7 Milliarden Euro für die Adidas-Tochter vorlegen will, stieg der Aktienwert im morgendlichen Handel um mehr als fünf Prozent. Für die krisengeplagten Herzogenauracher ein Hoffnungsschimmer.

Der Dax-Konzern hatte die Sportmarke Reebok im Jahr 2006 für rund drei Milliarden Euro übernommen. Er wollte sich mit Sportschuhen besser gegen den Rivalen Nike positionieren. Doch besonders in den USA funktionierte diese Strategie überhaupt nicht: Der Marktanteil von Adidas an Sportschuhen sank von zehn Prozent im Jahr 2005 auf sechs Prozent in diesem Jahr. Bei Reebok war der Rückgang sogar noch gravierender. Der Marktanteil fiel von acht Prozent auf 1,8 Prozent. Die USA machen etwa 40 Prozent des weltweiten Verkaufs von Sneakers aus.

Doch Adidas hat weit mehr Probleme als nur den Bereich Sportschuhe. Erst Anfang August kappte der Dax-Konzern seine Gewinnprognose für das laufende und das kommende Jahr. Der Grund: Probleme im Russland-Geschäft und mit der Golfsparte. Es war bereits das dritte Mal binnen eines Jahres, dass der deutsche Sportartikelhersteller seine Gewinnprognose nach unten korrigieren musste – und das trotz der Fußball-Weltmeisterschaft, deren offizieller Sponsor Adidas war.

An der Börse gehört die Adidas-Aktie deshalb seit Jahresbeginn zu den großen Verlierern. Seit Januar hat das Papier etwa 40 Prozent seines Wertes eingebüßt. Stand die Aktie Anfang des Jahres noch bei mehr als 92 Euro, ist sie im September sogar unter die Marke von 56 Euro gefallen. Zum Vergleich: Die Aktie von Nike legte im selben Zeitraum fast elf Prozent zu.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Adidas hatte Anfang Oktober auf die sinkenden Kurse reagiert und angekündigt, bis 2017 Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro zurückkaufen zu wollen. Auch zwei Anleihen kündigte der Dax-Konzern damals an.

Doch die Analysten blieben skeptisch. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte die Aktie wegen der Probleme in Russland erst am Freitag von „Neutral“ auf „Underperform“ herabgestuft und Anlegern zum Verkauf geraten. Das Kursziel senkte das Geldhaus von 60 auf 49 Euro. Auch nach dem bisherigen Kursverlust im laufenden Jahr überwiege beim Sportartikelhersteller das Risiko immer noch die Renditechancen, schrieb Analystin Ashley Wallace in einer Studie vom Freitag. Auch das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2015 sei wegen der aktuellen Situation nicht mehr gerechtfertigt.

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