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24.04.2012

14:26 Uhr

Regulierung

Chinesen setzen auf Frankfurter Börse

Das zehnte chinesische Unternehmen ist an die Frankfurter Börse gekommen. Im Reich der Mitte herrsche oft das Gutdünken eines Regulierers, an Deutschland schätzt man dagegen die klaren, verlässlichen Regeln.

Die Frankfurter Börse. dapd

Die Frankfurter Börse.

FrankfurtDie verlässlicheren Regeln in Deutschland locken immer mehr chinesische Firmen an die Frankfurter Börse. Der Fischverarbeiter Haikui Seafood lässt sich am 15. Mai als zehntes Unternehmen aus dem Reich der Mitte in den streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse aufnehmen. In China gebe es viele „versteckte und ungeschriebene Regeln“ und es liege weitgehend im Gutdünken des Regulierers, wer wann an die Börse gehen dürfe, begründete Haikui-Finanzchef Alan Gey die Entscheidung für Deutschland. So könnten von der Entscheidung bis zum Börsengang leicht neun Monate vergehen.

Der Emissionserlös ist dabei zweitrangig. Auch Haikui will mit dem Börsengang nur bis zu 19,5 Millionen Euro einsammeln. Sie sollen zum größten Teil in den Bau einer neuen Fischfabrik fließen, wie das Unternehmen aus der Provinz Fujian am Dienstag
mitteilte. Wichtiger sei, dass die Börsennotiz den Zugang zu Fremdkapital erleichtere, sagte Gey.

Haikui ist der erste Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. Als „Safe IPO“ organisiert, soll er unabhängig von der Nachfrage der Investoren stattfinden. Die Preisspanne für die bis zu 1,725 Millionen Aktien entspreche mit 10 bis 13 Euro dem Substanzwert, erklärte die Frankfurter Bank, die den Börsengang zusammen mit der norwegischen Pareto Securities begleitet. Bis zu 15 Prozent der Aktien kommen in Streubesitz. Die Beteiligung von Vorstandschef Chen Zhenkui sinkt auf 46,6 von 56,6 Prozent.

An Zukäufe denke das Unternehmen mit 600 Festangestellten und 1600 Saisonarbeitern Gey zufolge nicht, obwohl der riesige Fischverarbeitungs- Markt in China zersplittert ist. Mit einem Marktanteil von 0,2 Prozent und einer Jahres-Kapazität von 28.500 Tonnen zählt sich Haikui zu den zehn größten Unternehmen der Branche.

Fast gleichzeitig mit Haikui drängt der chinesische Sportausrüster Goldrooster an die Frankfurter Börse - allerdings in den weniger stark regulierten Entry Standard. Vom 2. bis 15. Mai werden über die VEM Aktienbank bis zu 5,75 Millionen Aktien angeboten. Insidern zufolge liegt das Emissionsvolumen bei rund 20 Millionen Euro. Die Aktie des Unternehmens, dessen Logo stark der französischen Sportmarke „Le Coq sportif“ ähnelt, soll am 18. Mai erstmals in Frankfurt gehandelt werden. Goldrooster hatte eigentlich schon Ende 2011 an die Börse gehen wollen.

Von

rtr

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