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18.05.2012

22:09 Uhr

Rekord-Börsengang

Facebook-Aktie rettet mageres Plus über den Tag

Der Börsengang des größten sozialen Netzwerks der Welt ist keine so große Erfolgsgeschichte wie von vielen Beobachtern erwartet. Nur knapp hält sich das Papier am ersten Handelstag über 38 US-Dollar.

Facebook-Aktien eröffnen mit 42 Dollar

Video: Facebook-Aktien eröffnen mit 43 Dollar

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New YorkDer Facebook-Börsengang ist eine Enttäuschung für viele Investoren. Nachdem die Papiere in den ersten Handelsminuten auf knapp 45 Dollar hochschnellten, fielen sie kurz vor Handelsschluss bis auf den Ausgabekurs von 38 Euro zurück, nachdem sie zuvor in einem Korridor zwischen 40 Dollar und 41 Dollar gependelt waren. Damit kann die Aktie nicht die hochtrabenden Hoffnungen vieler Facebook-Fans erfüllen. Zum Handelsschluss lag die Aktie 0,6 Prozent im Plus bei 38.23 Dollar.

Schon der Start begann mit einer Überraschung. Der Handel hätte eigentlich am Freitag um Punkt 11.00 Uhr New Yorker Zeit (17.00 Uhr europäischer Zeit) beginnen sollen, verzögerte sich aber immer weiter. Erst mit einer halben Stunde Verzug gab es den ersten Kurs. In der schnelllebigen Börsenwelt ist eine halbe Stunde eine Ewigkeit. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hatten mehrere Händler Probleme, ihre Kauf- und Verkaufaufträge in letzter Minute zu ändern. Facebook hatte einen Teil der Papiere an Privatanleger verkauft. Üblicherweise nehmen fast ausschließlich institutionelle Investoren an Börsengängen teil, das sind etwa Pensionsfonds.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

„Wir sehen da draußen einige unglückliche Leute. Sie hatten darauf gehofft, dass Facebook sich deutlich besser schlägt. Ich wette, da sind viele enttäuscht“, sagte Wayne Kaufman vom Brokerhaus John Thomas Financial. Das holprige Börsendebüt belastete die Wall Street. Alle Indizes notierten im Minus. „Wir stehen nach diesem wenig erstaunlichen Handelsstart etwas unter Druck. Der Börsengang konnte nicht wie von einigen Händlern
erhofft den Gesamtmarkt beflügeln“, sagte Frank Davis von LEK Securities in New York.

Andere Unternehmen aus dem Bereich soziale Medien standen ebenfalls auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Anteilsscheine des Karrierenetzwerks LinkedIn verbilligten sich um 2,6 Prozent, die Dividendenpapiere des Schnäppchenportals Groupon um 5,6 Prozent. Die Aktien des Internetspiele-Anbieters Zynga brachen sogar neun Prozent ein.

Aus dem fernen Silicon Valley hatte Mark Zuckerberg am Freitagmorgen die Eröffnungsglocke der New Yorker Technologiebörse Nasdaq geläutet. Zum ersten Handelstag der Aktie des sozialen Netzwerks hatten sich hunderte Facebook-Mitarbeiter unter freiem Himmel um den Firmengründer gescharrt. Sie feierten den größten Internet-Börsengang aller Zeiten. Viele von ihnen wurden auf einen Schlag zu Millionären.  

Zuckerberg stand im bekannten dunklen Kapuzenpulli vor seinen jubelnden Beschäftigten, neben ihm die fürs Tagesgeschäft zuständige Sheryl Sandberg. Die beiden umarmten sich, als die Glocke um Punkt 6.30 Uhr Westküsten-Zeit erklang. In New York war es da 9.30 Uhr und in Deutschland 15.30 Uhr.

Die große Videoleinwand der Nasdaq am Times Square im Herzen Manhattans erstrahlte in Facebook-Blau.  Nasdaq-Chef Robert Greifeld hatte sich extra aus New York auf den Weg nach Menlo Park in die Firmenzentrale von Facebook gemacht, um das Ereignis mitzufeiern. Der Börsenchef, der sonst im dunklen Anzug auftritt, hatte sich passend zum Anlass einen grauen Pullover übergeworfen.

Liveticker: Facebook-Aktie steigt auf 41 Dollar

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Das weltgrößte größte soziale Netzwerk schrieb mit seiner Erstemission (IPO) Geschichte. Insgesamt 18,4 Milliarden Dollar werden dadurch erlöst, wenn auch eine Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird. Das ist der größte IPO eines Technologieunternehmens aller Zeiten - bislang war dies der des deutschen Chipkonzerns Infineon im Jahr 2000 - und der drittgrößte in den USA. Der Börsenwert von Facebook belief sich zum Start auf 104 Milliarden Dollar. Der Online-Treffpunkt ist damit mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Kommentare (16)

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derostenistrot

18.05.2012, 17:11 Uhr

millionen fliegen können nicht irren.......

Account gelöscht!

18.05.2012, 17:31 Uhr

Jeden Tag steht ein Dummer auf... wer den findet, macht den Deal.

Tomate

18.05.2012, 17:45 Uhr

Haha, wer hätte das gedacht gleich in den ersten Handelsminuten mit Put Optionen Short gehen... :D

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