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05.01.2007

17:30 Uhr

Rekorde an den Börsen

Chinesen im Aktienfieber

VonAndreas Hoffbauer

An Chinas Börsen herrscht Hochstimmung. Nicht nur der Handelsplatz Hongkong, auch die über Jahre schwache Festlandbörse in Schanghai ist mit einem Rekordstand furios in das neue Jahr gestartet. Selbst der Index in Taipeh kletterte vor wenigen Tagen auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Doch immer mehr Experten warnen vor Risiken.

Ein Fußgänger vor einer elektronischen Anzeige des Indexstandes der Hongkonger Börse. Foto: AP ap

Ein Fußgänger vor einer elektronischen Anzeige des Indexstandes der Hongkonger Börse. Foto: AP

PEKING. „Die Stimmung könnte besser nicht sein“, so ein Banker zu den Aussichten an Asiens Börsenplätzen. Vor allem in Hongkong herrscht Champagnerlaune. Dort hatte der Hang-Seng-Index kurz vor Jahresende erstmals die Marke von 20 000 Punkten durchbrochen. Vor einem Jahr hatten die Experten gerade einmal rund 16 000 Punkte vorausgesagt.

Angetrieben wurde der enorme Aufwärtstrend im abgelaufenen Jahr vor allem durch die Nachfrage nach Aktien chinesischer Firmen. Mit den beiden Mega-Börsengängen der Bank of China (BoC) und der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) konnte Hongkong beim Volumen von Börseneinführungen sogar mit ehrwürdigen Konkurrenten wie London und New York aufschließen.

Und weitere Emissionen sind in Sicht, auch an den Festlandbörsen in Schanghai und Shenzen. Schon in wenigen Tagen wird Chinas größter Versicherer mit einem Zweitlisting in Schanghai 3,6 Mrd. Dollar einspielen. Die Bank of Communications und der Versicherer Ping An Insurance folgen.

China Life Insurance ist bereits in Hongkong im Handel und hat kürzlich weltweit den Dax-Wert Allianz als drittgrößten Branchenwert verdrängt. Auch Chinas Bankenriese ICBC gehört schon zur Spitzenliga. Das Unternehmen, das im Herbst mit einem zeitgleichen Doppel-Listing in Hongkong und Schanghai den größten Börsengang der Welt aufs Parkett legte, ist mit einem Marktwert von 215 Mrd. Dollar zur drittgrößten Bank der Welt aufgestiegen – vor HSBC.

In der hohen Bewertung chinesischer Firmen sehen Analysten allerdings auch eine Gefahr für Chinas neuen Börsenboom. Es sei irrational, dass der Aktienkurs von China Life siebzig Mal höher bewertet werde als der Gewinn des Unternehmens und dass die ICBC mehr wert sein soll als HSBC, meint Alex Wong, Manager des Fondsverwalters Shenyin Wanguo.

Er geht davon aus, dass die „China-Blase“ irgendwann platzen wird. Der Zeitpunkt sei aber nicht zu bestimmen. Auch andere Analysten erwarten eine Korrektur, vielleicht sogar schon im Januar. Doch auf das gesamte Jahr besteht allgemein ein positiver Ausblick.

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