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03.03.2004

07:00 Uhr

Restrukturierung des LKW- und Maschinenbaukonzerns scheint zu gelingen

MAN besinnt sich auf seine Stärken

VonVera Sprothen (Handelsblatt)

Der drittgrößte Nutzfahrzeughersteller Europas, die MAN AG, kommt nach zwei absatzschwachen Jahren offenbar wieder in Fahrt. Analysten erwarten, dass der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr nach einer Verlustphase erstmals wieder Gewinn erzielt hat.

DÜSSELDORF. Am Donnerstag will das Unternehmen in einem Aktionärsbrief seine vorläufigen Bilanzzahlen für das Jahr 2003 vorlegen. Schätzungen zufolge könnte der Vorsteuergewinn des Münchener Truck- und Maschinenherstellers auf mehr als 260 Mill. Euro von zuvor 219 Mill. Euro gestiegen sein. Realistisch sei jedoch eher eine nur leichte Erhöhung auf 220 Mill. Euro, sagt Peter Reilly, Analyst bei der Deutschen Bank. Erst 2004 sei mit einem deutlich verbesserten Ergebnis zu rechnen. „Der eigentliche Gewinnsprung ist in diesem Jahr zu erwarten“, bestätigt Manfred Jakob, Analyst bei der SEB Bank. Wie zahlreiche andere Analysten empfiehlt er, die Aktie zu kaufen.

Schon jetzt zeichnet sich nach Ansicht von Branchenexperten ab, dass die internen Restrukturierungsmaßnahmen von MAN greifen. So verzeichnete der wichtigste Geschäftsbereich, die Produktion von Nutzfahrzeugen, nach Unternehmensangaben vom Januar im Jahr 2003 vier Prozent mehr eingegangene Bestellungen. Vor allem die bisher defizitäre Bussparte habe davon profitiert und die Gewinnschwelle früher als geplant erreicht.

Die schnelle Konsolidierung des Bus-Geschäfts hat viele Analysten überrascht. Ursprünglich hatte der Konzern lediglich angekündigt, die Vorjahresverluste mit Bussen zu halbieren. Nun könnte er vielleicht sogar schwarze Zahlen verkünden. „Diese Entwicklung war so nicht erwartet worden“, sagt Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Konzern sei auf einem guten Weg. Weil „der Trend stimmt“, könnten Anleger in Zukunft mit leicht steigenden Dividenden rechnen, prognostiziert SEB-Analyst Jakob.

Zuversichtlich stimmt die Branchenkenner vor allem, dass sich MAN zunehmend auf seine rentablen Kernbereiche beschränkt. Neben Nutzfahrzeugen stellt die Gruppe auch Druckmaschinen, Dieselmotoren, Maschinen und Anlagen her und bietet industrielle Dienstleistungen an. Im vergangenen Jahr hatte sich der Konzern von seiner zuletzt stark angeschlagenen Düsseldorfer Tochter für Hütten- und Walzwerktechnik SMS getrennt.

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