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13.09.2013

12:18 Uhr

Rhön-Klinikum

Überraschender Coup sorgt für Aktienhoch

Der Klinik-Verkauf an Fresenius katapultiert die Rhön-Aktien in die Höhe. Analysten sprechen von einem „großartigen Deal“. Aktionäre können sich aber nicht nur über das Kursplus freuen.

Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg: Für über drei Milliarden Euro übernimmt das Unternehmen mehrere Einrichtungen der Rhön-Kliniken. dpa

Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg: Für über drei Milliarden Euro übernimmt das Unternehmen mehrere Einrichtungen der Rhön-Kliniken.

FrankfurtDie Milliardenübernahme eines Großteils ihrer Kliniken durch Fresenius hat die Aktien von Rhön-Klinikum am Freitag nach oben katapultiert. Wenige Minuten nach Börsenstart standen die Titel des Klinikbetreibers bei 19,44 Euro und schnellten mit einem Plus von 11,4 Prozent an die MDax-Spitze. Vorbörslich hatten die Papiere zeitweise fast ein Drittel an Wert gewonnen. Der MDax legte um 0,13 Prozent zu. Die im Dax notierten Fresenius-Aktien gewannen 5,4 Prozent. Fresenius-Titel verzeichneten ein Plus von 4,2 Prozent.

Analysten haben am Freitag positiv auf die Übernahme zahlreicher Rhön-Kliniken durch Fresenius reagiert. „Wir haben vor einem Jahr eine Übernahme als langfristig vorteilhaft gewertet, und wir gehen davon aus, dass die Vorteile eines nationalen Netzwerks und der entstehenden Synergien immer noch greifen“, schrieben die Analysten von Jefferies in einem Kommentar. „Wir begrüßen die Transaktion, durch die Fresenius der klare Marktführer in Deutschland wird.“ Ein Händler bezeichnete das Geschäft zudem als „großartigen Deal, vor allem für die Rhön-Aktionäre“. Der Konzern will nämlich in etwa zwei Drittel der Einnahmen an die Aktionäre weitergeben. Aber auch für Fresenius wertet der Börsianer den Kauf positiv. Die Analysten von Kepler reagierten mit einer Kauf-Empfehlung für die Rhön-Aktien. Für Rhön-Investoren sei das ein sehr attraktiver Deal, schrieben sie. Allerdings könnten Rechtsstreitigkeiten mit Asklepios und B.Braun folgen.

Die Spitzen von Fresenius und Rhön haben in den vergangenen Monaten mit ihren Juristen in aller Stille einen Plan ausgeheckt, der alle überrascht: Fresenius übernimmt nicht den gesamten Rhön-Konzern, sondern nur den Großteil seiner Kliniken. Konkret übernimmt Rhön 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren für 3,07 Milliarden Euro. Die Aufsichtsräte und Vorstände beider Unternehmen hätten das Geschäft bereits abgesegnet und entsprechende Verträge unterschrieben, sagte ein Fresenius-Sprecher. Eine Zustimmung der Rhön-Aktionäre sei nicht mehr nötig. Sie sollen mit einer Sonderdividende von bis zu 13,80 Euro pro Aktie von dem Verkauf profitieren.

Wegen des Klinik-Verkaufs dürfte Rhön in absehbarer Zeit aus dem MDax fallen. „Ich gehe nicht davon aus, dass das in diesem Jahr noch passiert, aber im nächsten Jahr steht das sicher an“, sagte LBBW-Analyst Berndt Fernow. Noch ändere sich an der Marktkapitalisierung nichts. „Aber wenn sie den riesigen Erlös an die Aktionäre ausgeschüttet haben, dann dürfte der Aktienkurs in sich zusammenfallen, und dann werden sie auch aus dem MDax fallen.“ Fernow verwies auf das Beispiel Altana, bei dem es 2007 vergleichbar gelaufen sei. Altana hatte sein Pharmageschäft verkauft und war so auf die Chemiesparte geschrumpft. In der Konsequenz rutschten die Titel damals vom Dax in den MDax ab.

Kommentare (4)

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Wichtelmann

13.09.2013, 11:27 Uhr

Welcher Vorteil ergibt sich für die Rhön Kliniken?

Außer dass Hr. Münch Anlage- in Kapitalvermögen umwandelt und die Verantwortlichen wahrscheinlich Boni in befriedigender Höhe einfahren fällt mir gerade wenig ein?

Und weiterhin, wie werden die bisherigen Aktionäre entschädigt? Ausgleichszahlungen oder Heliosbeteiligungen?

der_Wichtelwichtel

13.09.2013, 13:55 Uhr

"Sie sollen mit einer Sonderdividende von bis zu 13,80 Euro pro Aktie von dem Verkauf profitieren."

So steht es zumindest im Artikel...

Krankenhausputze

13.09.2013, 14:17 Uhr

"Der Konzern will nämlich in etwa zwei Drittel der Einnahmen an die Aktionäre weitergeben."
Es ist also die Aufgabe der Krankenkassen,für die Einnahmen der Aktionäre zu sorgen.

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