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03.02.2014

17:44 Uhr

Russischer Einzelhändler

Lenta geht an die Londoner Börse

Der russische Einzelhändler und Supermarktbetreiber Lenta steht kurz vor dem Börsengang. Insider gehen davon aus, dass Lenta mindestens eine Milliarde Dollar einnehmen will. Der Konzern konkurriert auch mit der Metro.

Lenta-Hauptquartier in St.Petersburg. Der Nettogewinn des Konzerns stieg im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf umgerechnet 150 Millionen Euro. Imago

Lenta-Hauptquartier in St.Petersburg. Der Nettogewinn des Konzerns stieg im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf umgerechnet 150 Millionen Euro.

MoskauDer russische Einzelhändler Lenta strebt mit kräftigen Gewinnzuwächsen im Rücken an den Londoner Aktienmarkt. Im Zuge dessen würden sich auch der US-Finanzinvestor TPG, die russische Bank VTB und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung von Anteilen trennen, teilte der landesweit fünftgrößte Lebensmittelhändler am Montag mit. Ein Volumen des Börsengangs nannte Lenta nicht. Insider hatten zuletzt davon gesprochen, dass Lenta rund ein Fünftel der Anteile an die Börse bringen und dabei mindestens eine Milliarde Dollar einnehmen wolle.

Lenta könnte sich nun mit Metro um das Interesse der Investoren balgen - und zugleich die Stimmung der Anleger testen. Metro-Chef Olaf Koch will im ersten Halbjahr 2014 Anteile am Großmarktgeschäft des Konzerns an die Londoner Börse bringen.

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Russland dürfte in fünf Jahren der größte Einzelhandelsmarkt Europas sein. Die Löhne steigen, die Arbeitslosigkeit fällt. Perfekte Bedingungen für wachsenden Konsum. Vor allem Einzelhändler streben deshalb an die Börse.

Die wachsende Mittelschicht in Russland lässt mit ihrer Nachfrage Handelsketten wachsen und macht Konsumwerte damit für Investoren immer interessanter. Sorge bereitet internationalen Anlegern aber die Rubel-Schwäche, die Inflationsängste auslösen könnte. Doch der Einzelhandel legt zu - und auch Lenta will weiter wachsen: Die Kette wolle ihre Verkaufsfläche innerhalb der kommenden drei Jahre verdoppeln, kündigte ihr Chef Jan Dunning an. Derzeit betreibe Lenta 77 Großmärkte in 45 russischen Städten und zehn Supermärkte im Raum Moskau.

Das Wachstum des russischen Marktes will auch Koch nutzen und bis Juli bis zu einem Viertel der Anteile des russischen Großhandelsgeschäft am Aktienmarkt verkaufen. Dies könnte rund eine Milliarde Euro oder vielleicht sogar etwas mehr in die Kassen des Konzerns spülen. Mit dem frischen Geld könnte die Metro das Russland-Geschäft ankurbeln und als Großaktionär von weiterem Wachstum profitieren.

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