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26.12.2014

11:15 Uhr

RWE-Aktie im Fokus

voRWEg in die falsche Richtung

Quelle:Börse am Sonntag

RWE kämpft mit den Auswirkungen von Fukushima. Kaum noch etwas erinnert an den Glanz früherer Tage. Selbst auf die Dividende können sich Anleger nicht mehr verlassen. Experten kritisieren den Kurs des Energieriesen.

Ein Energieriese ab Abwegen. Seit Fukushima sucht RWE nach einer profitablen Strategie. dpa

Ein Energieriese ab Abwegen. Seit Fukushima sucht RWE nach einer profitablen Strategie.

Äußerst deutliche Worte fand vor wenigen Wochen ein Franzose namens Henri Proglio, als dieser in einem Zeitungsinterview mit der britischen Finanzzeitung „Financial Times“ nach seiner Einschätzung zur Situation bei den deutschen Energiegiganten RWE und Eon gefragt wurde. „Die Unternehmen RWE und Eon sind unter riesigem Druck. Eines ist mehr oder weniger tot, das andere in einer schwierigen Situation“, ließ der damalige CEO des weltweit zweitgrößten Stromerzeugers, Électricité de France, die Öffentlichkeit wissen.

Apokalyptischer kann man es kaum formulieren. Allerdings zeigt ein Blick auf die Entwicklung der beiden Aktienkurse, dass die drastische Analyse von Proglio natürlich nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Im Gleichschritt geht es für die Jahrzehntelang als bombensicheres Investment geschätzten Papiere der zwei nordrhein-westfälischen Großkonzerne bergab. Vor fast sieben Jahre konnten beide noch ihre Allzeithochs feiern. Seitdem haben RWE und Eon rund 70 Prozent ihres Börsenwerts verloren. Ein schier bespielloser Verfall.

Dennoch rät die US-Investmentbank Goldman Sachs derzeit zum Kauf des Papiers, und hebt das Kursziel von 40 auf 41 Euro an. Seine Kurszieländerungen im europäischen Versorgersektor berücksichtigten gesunkene Kreditausfallrisiken in Südeuropa, den schwächeren Euro sowie niedrigere Gas-, Kohle- und Strompreise, schreibt Analyst Fred Barasi in einer Branchenstudie. Den Zeithorizont für seine Bewertungsmethode verlagert er um ein Jahr in die Zukunft. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für RWE von 28 auf 29 Euro angehoben und die Einstufung auf „hold“ belassen.

Zu Beginn des neuen Jahres ändere sich nichts an ihrer defensiven Anlagestrategie für den europäischen Versorgersektor, schreibt Analystin Virginia Sanz De Madrid Grosse in einer Branchenstudie. Angesichts fallender
Rohstoffpreise sei es noch zu früh für Aktienkäufe von Unternehmen, die von einer zyklischen Erholung profitierten. Die Sektor-Dividendenrendite von fünf Prozent sei angesichts der extrem niedrigen Anleiherenditen attraktiv. Dies gelte aber nur für Versorger, deren Gewinne nicht nachhaltig gefährdet seien.

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