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21.10.2016

13:48 Uhr

RWE

Innogy-Börsengang weniger profitabel als erwartet

Innogy ist die Zukunft von RWE. Und der Börsengang der Ökostrom-Tochter war ein Erfolg – erweist sich nun aber doch als weniger profitabel denn erwartet. Um mehrere hundert Millionen Euro weniger.

RWE muss bei den Börsengewinnen der Ökostrom-Tochter Abstriche machen. dpa

Innogy

RWE muss bei den Börsengewinnen der Ökostrom-Tochter Abstriche machen.

FrankfurtRWE muss beim Mega-Börsengang seiner Ökostrom-Tochter Innogy im Nachhinein finanzielle Abstriche machen. Der Essener Energiekonzern nimmt nur 2,6 Milliarden Euro mit der Emission von Innogy ein, 358 Millionen weniger als geplant, wie RWE am Donnerstagabend mitteilte.

Die begleitende Investmentbank Goldman Sachs musste einen Großteil der Platzierungsreserve (Greenshoe) in den Wochen nach der Erstnotiz für Stützungskäufe nutzen, um den Kurs der Innogy-Aktie nicht auf Dauer unter den Ausgabepreis von 36 Euro fallen zu lassen. Am Freitag notierte sie mit 37,45 Euro deutlich darüber.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Für die Stützungskäufe verwenden die Investmentbanker in der Regel die Platzierungsreserve, die bei Innogy von RWE gestellt worden war. Die Aktien werden am Markt zu Preisen unterhalb des Emissionspreises aufgekauft und dann dem bisherigen Eigentümer zurückgegeben. Dieser muss damit auf einen Teil seiner Erlöse verzichten. Letztlich landete nur gut ein Fünftel der Aktien aus der Reserve bei neuen Innogy-Anteilseignern. RWE hält nun noch 76,8 Prozent an Innogy.

Insgesamt ist der größte Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren damit nur noch 4,6 Milliarden Euro schwer. Zwei Milliarden davon gehen an Innogy selbst.

Von

rtr

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