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13.01.2005

12:15 Uhr

Aktien

S & P: Autobranche steht 2005 weiter vor Herausforderungen - Moderates Wachstum

Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) steht die Autobranche auch im neuen Jahr vor großen Herausforderungen.

dpa-afx FRANKFURT. Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) steht die Autobranche auch im neuen Jahr vor großen Herausforderungen. In diesem Jahr werde der Markt weiter unter einem hohen Konkurrenzdruck, Überkapazitäten, einem starken Euro und hohen Rohstoffpreise leiden, heißt es in einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Ratingagentur.

Die Experten rechnen damit, dass die Zahl der Neuzulassungen in Westeuropa in diesem Jahr moderat um etwa ein bis zwei Prozent wachsen wird. Im vergangenen Jahr hatte der westeuropäische Markt um gut ein Prozent auf etwa 14,4 Mill. Neuzulassungen zugelegt..

Nach Einschätzung von Autoanalystin Maria Bissinger dürfte mittelfristig das Wachstum in den neuen EU-Mitgliedsstaaten deutlich über dem Niveau der alten Länder liegen, da diese zum einen in den kommenden Jahren höhere Wirtschaftswachstum-Raten liefern dürften. Hier sei das Potenzial wesentlich größer, da weitaus weniger Menschen in den neuen Ländern bereits ein eigenes Fahrzeug besäßen als im Westen. Pro Kopf gebe es hier derzeit nur halb so viele PKW wie im EU-Durchschnitt, zudem sei der Fahrzeugbestand zwei Mal so alt. Wegen des geringeren Lohnniveaus dürfte sich nach Ansicht der Analystin aber die Nachfrage nach Premium-Modellen hier noch eine Weile in Grenzen halten.

Leichtes Wachstum IN Deutschland

Für Deutschland rechnet Bissinger mit einer weiteren leichten Erholung in diesem Jahr. Dabei dürfte ihrer Meinung nach auch hier das zunehmende Durchschnittsalter der PKW auf deutschen Straßen eine Rolle spielen, das mittlerweile bei etwa acht Jahren liege und damit den höchsten Stand in der Nachkriegszeit erreicht habe. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der deutsche PKW-Markt wieder erholt. Die Zahl der Neuzulassungen in 2004 war vor allem durch einen Endspurt im Dezember erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen.

"Um die Nachfrage anzukurbeln und ihre Profitmargen hoch zu halten, konzentriert sich die weltweite Autoindustrie immer mehr auf die Einführung neuer Modelle und die Ausweitung der Produktpalette", sagt die Analystin. Das allgemeine Modellfeuerwerk werde auch 2005 weitergehen. Für die Hersteller ergäbe sich so die Herausforderung, die Profitabilität zu verbessern und gleichzeitig die Anlaufkosten für neue Produkte in Griff zu bekommen.

Bissinger schätzt jedoch, dass in Zukunft einzelne Hersteller deutlich besser als andere entwickeln werden. Dabei dürften nach Ansicht der Expertin vor allem die Unternehmen gute Chancen haben, die mit erfolgreichen neuen Modellen auf den Markt kommen und gleichzeitig ihre operativen Margen und Kostenstruktur verbessern können.

DIE Ausblicke FÜR DIE Autobauer IM Einzelnen:

Daimler-Chrysler : stabil - Bissinger schätzt, dass der Stuttgarter Autobauer in diesem Jahr seinen operativen Gewinn steigern kann.

Volkswagen : Negativ - Zwar dürfte der Konzern sein Ergebnis verbessern. Doch dies dürfte angesichts des schwachen US-Geschäfts und zunehmender Konkurrenz in Europa und China schwieriger werden.

PSA Peugeot Citroen : Positiv - Der französische Konzern dürfte von neuen Modellanläufen profitieren und seine oprative Effizienz stärken.

Renault : Positiv - Operative Marge und Barmittelfluss dürften auf hohem Niveau bleiben. Gute Chancen, den Marktanteil zu halten.

Fiat : Negativ - Für den italienischen Hersteller dürfte die für 2006 angepeilte Rückkehr in die Gewinnzone angesichts des agressiven Wettbewerbsumfelds schwierig werden. Auch das Refinanzierungsrisiko werde in den kommenden zwölf Monaten steigen.

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