Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2011

15:26 Uhr

Schwache Nachfrage?

Kapitalerhöhung lastet auf Commerzbank-Aktie

Die Commerzbank ist erneut der größter Verlierer im Dax. Gerüchten zufolge könnte das an der schwachen Nachfrage der Kapitalerhöhung liegen. Analysten raten von einem Einstieg ab.

Die Commerzbank will sich durch eine Kapitalerhöhung Geld besorgen, um den Staat als Anteilseigner loszuwerden. Quelle: dapd

Die Commerzbank will sich durch eine Kapitalerhöhung Geld besorgen, um den Staat als Anteilseigner loszuwerden.

Die Aktie der Commerzbank hat am Mittwoch deutlich nachgegeben. Der Kurs fiel zeitweise um fast sechs Prozent auf 4,65 Euro - so tief wie zuletzt im Juli 2009. Wie schon in den vergangenen Tagen lastete die geplante Kapitalerhöhung auf dem Aktienkurs. Erst am Mittag erholte sich der Kurs etwas.

Die Bank will im Tagesverlauf eine Pflichtumtauschanleihe (Comen) an den Markt bringen. Dabei wird das Institut vermutlich nicht den angestrebten Höchstpreis erzielen. Erste Indikationen zum Preis der Erwerbsrechte für die Commerzbank-Pflichtwandelanleihe lagen nach Aussage von Händlern zwischen 4,00 und 4,75 Euro je Aktie.

"Einige Händler haben errechnet, dass der faire Wert für diese Comen bei etwa 4,50 Euro liegt, so dass die Aktie sich näher auf dieses Niveau zu bewegen dürfte", sagte Andreas Lipkow, Aktienhändler bei MWB Fairtrade Wertpapierhandelsbank gegenüber Bloomberg. "Hier geht es um Arbitrage. Die Commerzbank-Aktie ist wegen der Kapitalerhöhung auf kurze Sicht keine gute Kaufgelegenheit."

Zur Nachfrage wussten Börsianer nichts Konkreteres zu berichten. "Der Kurs der Commerzbank spricht aber wohl für sich", merkte einer an. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der von der Bank festgesetzte Höchstpreis liegt bei 5,467 Euro.

Die Analysten von Nomura blieben bei  Verkaufsempfehlung für die Aktie und einem Kursziel von 4,90 Euro. Anlegern, die nicht an der Emission der Pflichtwandelanleihe partizipierten, entgehe keineswegs eine günstige Kaufgelegenheit, schrieb Analyst Chintan Joshi in einer Studie.

Im weiteren Jahresverlauf dürften sich günstigere Einstiegsmöglichkeiten ergeben: Die Kapitalerhöhung sowie der Verkauf der Commerzbank-Beteiligung durch den Bankenrettungsfond SoFFin. Angesichts dieses potenziellen Aktienüberhanges dürften die Commerzbank-Papiere vorerst nicht mit einem größeren Aufschlag auf die Sektorbewertung gehandelt werden.

Auch die Landesbank Berlin hat die Einstufung für die Aktie auf "Verkaufen" belassen. Anleger sollten die Pflichtwandelanleihe nicht zeichnen, da der Commerzbank-Kurs zunächst weiter fallen dürfte, schrieb Analyst Constantin Rohrbach in einer Studie. Das obere Ende der Bookbuilding-Spanne von rund 5,47 Euro sei für Investoren unattraktiv.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×